Home > News > Donnerstag, 28. August 2008
Updated: 18.12.2012 16:22
Aktuelle Meldungen im neuen LabourNet Germany

liebe KollegInnen,

Neu im LabourNet Germany am Donnerstag, 28. August 2008:

I. Internationales > Rumänien

"Wir sollen arbeiten wie Pferde!" Philippinische Textilarbeiterinnen in Sibiu, Rumänien

Wie viele andere Firmen in der Textilbranche und im Baugewerbe Rumäniens hat auch die Firma Mondostar in Sibiu seit einigen Jahren mit anhaltendem Arbeitskräftemangel zu kämpfen. Unter den einheimischen Arbeiterinnen und Arbeitern ist kaum noch jemand bereit, in der Textilindustrie zu den niedrigen Löhnen zu arbeiten. Um dem Schwund der Arbeitskräfte entgegenzuwirken, beschäftigt Mondostar seit drei Monaten fünfundneunzig Frauen von den Philippinen. In der Hoffnung auf einen guten Job in Europa haben die Philippinas in ihrem Heimatland Kredite aufgenommen, um die hohen Gebühren der Arbeitsagentur in Manila zu zahlen, die ihnen die Arbeit bei Mondostar vermittelt hat. Der mit der Vermittlungsagentur geschlossene Vertrag sichert den Frauen einen Grundlohn von 400 US-Dollar sowie 100 Prozent Überstundenzuschläge zu. Doch diesen Lohn haben die Frauen nie bekommen. Der folgende Bericht von Ana Cosel vom 27.08.2008 entstand nach Gesprächen mit einigen der philippinischen Arbeiterinnen.

II. Internationales > Niederlande

Center Parcs steht unter Beschuss: Aufmarsch von Putzfrauen und Politikern vor der Ferienanlage in Gennep

"Der Center Parcs Het Heijderbos in Gennep kommt nicht zur Ruhe. "Schade Menke, alles ist vorbei", skandierten gestern lautstark und emotional die Putzfrauen der Freizeitanlage, für einen gerechten Lohn. Die Mitarbeiterinnen der deutschen Firma Menke beschweren sich über nicht gezahlten Lohn, fehlendes Urlaubsgeld und versäumte Zuschläge Gestern holten sich die Putzfrauen, 30 aus dem Kreis Kleve, politischen Beistand. (.) Der niederländische Arbeitsminister Piet Hein Donner lässt den Fall Menke bereits untersuchen. Seit Monaten demonstrieren die Putzfrauen und klagen über psychischen Druck von der Menke-Leitung, ungerechtfertigte Entlassungen und der Nicht-Einhaltung des Tarifvertrages. Allerdings sind die Reinigungskräfte nicht geschlossen einer Meinung. Dieter Ludwig aus Kleve leitet die Frühschicht im Center Parcs. Er ärgert sich über die Demonstranten: "90 Prozent der Löhne werden korrekt ausgezahlt. Hier gibt es 20 Putzfrauen die Stress machen. Der überwiegende Teil der Belegschaft ist zufrieden mit der Arbeit." Ludwig, der nach niederländischen Tarif bezahlt wird, bekommt 9,70 Euro die Stunde. Mitarbeiter, die nach deutschem Tarif bezahlt werden, erhalten 9,21 Euro. "Es hat anfangs Probleme mit Menke gegeben, das ist richtig. Aber die werden abgestellt. Wir wollen jetzt hier Ruhe haben. Wir haben die Schnauze voll von diesen Demonstrationen", so Ludwig. Ein Gespräch zwischen den Parteien scheint sich noch nicht anzubahnen." Artikel von Andreas Gebbink in der NRZ vom 22.08.2008 externer Link. Siehe dazu:

  • Protestaktion der Gewerkschaft FNV Bondgenoten
    Die Gewerkschaft FNV Bondgenoten, mit 460.000 Mitgliedern eine der größten in den Niederlanden, hat einen (englischen) Protestmailer externer Link eingerichtet.

III. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Realpolitik > Arbeitsmarktpolitik > Niedriglohn > wir haben jetzt schon genug Niedriglöhne!

Die Ausweitung des Niedriglohnsektors: Die Realeinkommen von Geringverdienern sind seit 1995 um fast 14 Prozent gesunken

"Als Deutschland in den 90er Jahren begann, intensiver über den Ausbau des sogenannten Niedriglohnsektors nachzudenken, waren die entsprechenden Voraussetzungen bereits geschaffen. 13 bis 14 Prozent aller Beschäftigten arbeiteten auch in den Wachstumszeiten der alten Bundesrepublik unter Bedingungen, die sie von der allgemeinen Einkommens- und Wohlstandsentwicklung abkoppeln mussten. Allerdings blieb ihr Anteil über viele Jahre vergleichsweise konstant, da sich die Gruppe vorwiegend aus Geringqualifizierten und Teilzeitkräften zusammensetzte und so ein fest umrissenes Segment auf dem deutschen Arbeitsmarkt bildete." Artikel von Thorsten Stegemann mit allen wichtigen Links in Telepolis vom 27.08.2008 externer Link. Siehe dazu:

  • IAQ untersucht Umschichtung der Einkommensverteilung: Niedriglöhne immer weniger wert
    "Während die Zahl der Niedriglohnbezieher in Deutschland wächst, haben die Niedriglöhne in den letzten elf Jahren preisbereinigt fast 14 Prozent an Wert verloren. Seit 2000 sanken sogar die Nominallöhne, d.h. 2006 hatten Niedriglohnbezieher 4,8 Prozent weniger Stundenlohn in der Tasche als sechs Jahre zuvor. In den oberen Einkommensgruppen legten dagegen die Löhne in diesem Zeitraum nominal über 10 Prozent zu. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen in den WSI-Mitteilungen 08/2008 der Hans-Böckler-Stiftung. Die Einkommensumverteilung hat die untersten Lohngruppen am härtesten getroffen, Reallohnverluste reichen aber bis in die mittleren Einkommensgruppen hinein." Pressemitteilung vom 26.08.2008 externer Link
  • Einkommensschere: Löhne stürzen ab
    "In keinem anderen europäischen Land sei der Niedriglohnsektor so stark gewachsen wie in Deutschland (..) Wie konnte es so weit kommen? Das deutsche Tarifsystem hat eine große Schwäche, meinen die Forscher: Es gibt keine verbindliche Lohnuntergrenze. Bis zur Vereinigung war das kein Problem, die meisten Betriebe im Westen zahlten Tarifgehälter oder orientierten sich daran. Dann fällt die Mauer, mit einem Schlag schnellt die Arbeitslosenrate in die Höhe. Immer mehr Unternehmen können es sich erlauben, unter Tarif zu zahlen. Die Einkommen rasseln in den Keller, auf unter fünf Euro pro Stunde - Arbeitsmarktexperten aus dem Ausland blicken fassungslos auf Deutschland, denn solche Hungerlöhne sind selbst in Ländern wie Großbritannien unzulässig. Auch die Privatisierung von staatlichen Dienstleistungen wie Post, Nahverkehr und Telekommunikation hat die Einkommen auseinander gedrückt. In Deutschland können beispielsweise private Telefonfirmen geringe Löhne zahlen und sich so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Ex-Staatsunternehmen Telekom verschaffen. In den meisten anderen europäischen Ländern müssen sich neue Anbieter dagegen an allgemein verbindliche Tarifverträge halten, betonen die Forscher. Dies gelte etwa für Schweden, wo die Marktöffnung nicht zu Lohndumping führe, erzählt Bosch. Er nennt es einen "historischen Fehler", dass die deutschen Gewerkschaften nicht rechtzeitig allgemein verbindliche Tarifverträge für deregulierte Branchen verlangt haben. Jetzt habe das Telekom-Management alle Argumente auf seiner Seite, wenn es mit Verweis auf die Wettbewerber Einschnitte fordere.." Artikel von Eva Roth in der Frankfurter Rundschau vom 25.8.08 externer Link
  • Niedriglohnanteile und Durchschnittseinkommen nach Wirtschaftszweigen (Deutschland, sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte), 1998 und 2005
    Übersicht bei der Frankfurter Rundschau externer Link pdf-Datei
  • Lohndifferenz - "mit" und "ohne" Tarifvertrag! So viel verdienen die Deutschen - und gewerkschaftliche Schlussfolgerungen
    Beitrag von Reinhold Schramm pdf-Datei
  • Einladung zur Ausbeutung
    "Erschreckende Zahlen: Schon ein Fünftel aller Beschäftigten muss heute zu Niedriglöhnen arbeiten. Die Politik hat die soziale Spaltung vorangetrieben. Viele Arbeitgeber haben die Sozialreformen als eine Einladung zur Ausbeutung verstanden. SPD und auch Union müssen ihre Fehler eingestehen und umkehren, damit nicht "der ganze Laden auseinander fliegt"..." Kommentar von Harald Schumann im Tagesspiegel vom 27.8.2008 externer Link. Aus dem Text: ".Diese Entwicklung ist keineswegs nur aus den Zwängen des Markts hervorgegangen. Gewiss, die hohe Arbeitslosigkeit in Folge des Niedergangs der ostdeutschen Industrie hat die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer geschwächt und auf die Löhne gedrückt. Doch mit ihren sogenannten Reformen haben die regierenden Sozialdemokraten, angetrieben von der Union und gestützt durch die Grünen, die soziale Spaltung mit voller Absicht und maximalem Propagandaaufwand vorangetrieben. Die "Ausweitung des Niedriglohnsektors" war erklärtes Programm, und die Hartz-Reformen haben genau das erreicht. Jede Arbeit, fast egal wie schlecht bezahlt, gilt seitdem als zumutbar. Anders als vielfach behauptet hat dieses Konzept nicht mehr Arbeit geschaffen."

IV. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Realpolitik > Arbeitsmarktpolitik > Niedriglohn

Arbeitsmarktpolitik: Wie der Staat den Niedriglöhnern helfen kann

"Mit einer geschickten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik können Industriestaaten das Schicksal von Beschäftigten im Niedriglohnsektor spürbar verbessern - das ist die Botschaft eines Forschungsprojektes unter Federführung des Nobelpreisträgers Robert Solow. Die Ergebnisse stellen viele Dogmen der Arbeitsmarkt-Politik in Frage. "Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Geringqualifizierte bedeuten nicht zwangsläufig, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt schlechter werden", betonte Solow Ende vergangener Woche auf der Tagung der Ökonomie-Nobelpreisträger in Lindau. Auch moderate gesetzliche Mindestlöhne seien nicht so schlecht wie ihr Image bei liberalen Ökonomen." Artikel von Olaf Storbeck im Handelsblatt vom 26.08.2008 externer Link

V. Diskussion > Arbeitsalltag: Entlohnung > Lohnungleichheit bei Männern und Frauen

Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern: Frauen verdienen 24% weniger als Männer

"Der Bruttostundenverdienst von Frauen lag nach den Ergebnissen der Verdienststrukturerhebung 2006 um 24% unter dem der Männer. Dies bedeutet nicht, dass Frauen im gleichen Unternehmen für die gleiche Tätigkeit 24% weniger verdienten. Die Ursachen für den Verdienstabstand sind vielfältig. Frauen und Männer unterscheiden sich in der Wahl ihrer Berufe, Branchen und in der Erwerbsbiografie. Diese Unterschiede sind in der Differenz von 24% enthalten. Dieser Verdienstunterschied wird daher auch unbereinigter Verdienstabstand oder englisch "unadjusted Gender Pay Gap" genannt." Meldung von Ralf Droßard externer Link - Statistisches Bundesamt - vom 26. August 2008 bei Destatis. Siehe dazu:

  • Im Kapitalismus gibt es keine Gleichberechtigung und Emanzipation!
    "Laut Rundfunkmeldung (info-radio-rbb) am 26. August '08 beträgt der Lohn- und Gehaltsunterschied 'durchschnittlich' zwischen Frauen und Männern in Deutschland (bereits) 24 Prozent ! - Von 27 europäischen Ländern liegt Deutschland nach Zypern, Estland und der Slowakei, an vierter Stelle, in der Ungleichbehandlung - gegen Frauen - (nur) auf dem Gebiet der Löhne!.." Artikel von Reinhold Schramm vom 27.08.08 externer Link bei scharf links

VI. Diskussion > Arbeitsalltag: Entlohnung > "Investivlohn"

Beschäftigte an Firmengewinnen stärker beteiligen

"Mehr Beschäftigte sollen am Erfolg ihres Unternehmens teilhaben. Das Bundeskabinett beschloss einen Gesetzentwurf zur stärkeren Förderung der Mitarbeiterbeteiligung." Meldung vom 27.08.2008 externer Link beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Siehe dazu:

  • Streit um Gesetz: Arbeitgeberverbände kritisieren Mitarbeiterbeteiligung
    "Einfacher Angestellter war gestern - die Große Koalition will mehr deutsche Beschäftigte zu Aktionären am eigenen Unternehmen machen. Heute soll das Gesetz beschlossen werden. Die Arbeitgeberverbände protestieren: Sie fürchten um die betriebliche Rente." Artikel vom 27.08.2008 bei Spiegel online externer Link
  • Zubrot für Beschäftigte. Wie die Mitarbeiterbeteiligung gefördert wird
    "Das Bundeskabinett hat abgenickt, was Wirtschaftsverbände für überflüssig halten: eine stärkere Förderung von Belegschaftsaktien und anderen Beteiligungsmodellen. FTD-Online zeigt, wie Arbeitnehmer künftig vom Erfolg ihres Unternehmens profitieren sollen." Übersicht von Kai Beller in Financial Times Deutschland vom 27.08.2008 externer Link

VII. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Tarifrunden > IGM 2008

"Das ist sozialer Sprengstoff"

Ein Interview von Eva Roth mit IG-Metall-Chef Huber externer Link über die nächste Lohnrunde, falsche Zinspolitik und Ungerechtigkeit, in der Wüpper in der Frankfurter Rundschau vom 22.08.2008

VIII. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Debatten der real existierenden Gewerkschaften in Deutschland > IG Metall

Organizing: Die mitgliederorientierte Offensivstrategie für die IG Metall

Acht Thesen zur Erneuerung der Gewerkschaftsarbeit pdf-Datei von Detlef Wetzel, Jörg Weigand, Sören Niemann-Findeisen und Torsten Lankau (ohne Datum). Im Text einerseits ".. In Unternehmenskulturen, die auf Kurzfristigkeit aufbauen, stellen die Beschäftigten und ihre Interessenvertretung häufig den einzig wirklichen Kontinuitätsfaktor dar. Langfristiges Denken, der Erhalt von Arbeitsplätzen und sogar technologische Zukunftsfähigkeit müssen gegen das Management durchgesetzt werden, im Interesse der Beschäftigten und der Volkswirtschaft." (S. 6) und andererseits "Weniger Co-Management - mehr konfliktorische Auseinandersetzung" (S. 14). Siehe dazu:

  • Ungewohnte Töne
    IG-Metall-Vize Detlef Wetzel fordert in internem Strategiepapier Neuausrichtung der Gewerkschaft. »Weniger Co-Management und Stellvertreterpolitik«. Artikel von Daniel Behruzi, zuerst erschienen in der jungen Welt vom 26.08.2008
    Aus dem Text: ".Die Argumentation des IG-Metall-Vizes, den Betrieb mit allen Beschäftigungsformen zum Fokus gewerkschaftlicher Organisierungsbemühungen zu machen, ist nachvollziehbar. Die Formulierung, die »betriebspolitische Dimension unseres Handelns« sei »die Basis für unsere gesellschaftspolitische Verankerung und Rolle, nicht umgekehrt«, läßt allerdings befürchten, daß darunter auch eine weitere Entpolitisierung verstanden werden könnte. Zudem könnte man die im Text verschiedentlich auftauchende Warnung, die IG Metall dürfe sich nicht selbst auf den Status einer Nichtregierungsorganisation (NGO) reduzieren, als Argument gegen eine dauerhafte und gleichberechtigte Zusammenarbeit mit den sozialen Bewegungen interpretieren."

IX. Diskussion > Wipo > Arbeitsmigration > Rechte (erkämpfen!) > Aufenthalt und Ausweisung > Aktionen: Tag ohne Abschiebungen am 30.08.08

30. August: Bundesweiter Aktionstag gegen Abschiebungshaft

Am 30. August kamen in verschiedenen Jahren vier Personen, die sich in Abschiebungshaft befanden, während oder unmittelbar vor ihrer drohenden Abschiebung ums Leben. Am 30. August 2008 findet ein bundesweiter Aktionstag gegen Abschiebungshaft statt. Siehe alle Informationen auf der Sonderseite externer Link

X. Diskussion > Wipo > Arbeitsmigration > Arbeitsbedingungen

Guter Start für helle Köpfe

"Deutschland soll für Hochqualifizierte aus anderen Ländern attraktiver werden. Die Bundesregierung hat beschlossen, Zuwanderern mit gesuchten beruflichen Fähigkeiten den Zuzug und Aufenthalt zu erleichtern. Deutsche Unternehmen wollen im internationalen Wettbewerb mithalten - die Bundesregierung hilft ihnen dabei. Um die Position Deutschlands im Wettbewerb um die besten Fachkräfte zu stärken, erleichtert sie hochqualifizierten Zuwanderern den Start in Deutschland." Meldung vom 27.08.2008 beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung externer Link. Siehe dazu:

  • Regierung wirbt um ausländische Fachkräfte
    "Qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland soll die Einwanderung nach Deutschland erleichtert werden. Die Bundesregierung plant niedrigere Hürden für den Zugang zum Arbeitsmarkt und niedrigere Einkommensgrenzen. Sie will so qualifizierten Ausländern, die bislang nur geduldet wurden, eine Perspektive in Deutschland geben. Das Kabinett hat dazu heute den von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgelegten Entwurf für ein Arbeitsmigrationssteuerungsgesetz beschlossen und billigte ergänzende Verordnungen von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD)." Heise News-Meldung vom 27.08.2008 externer Link

XI. Diskussion > Grundrechte > Demonstrationsrecht

Video dokumentiert Polizeiübergriff in Hamburg: Brutalität der Staatsmacht gegen Teilnehmer von Klima- und Antirassismus-Camp soll Nachspiel haben

"Die Hamburger Polizei hat in der vergangenen Woche während des Klima- und Antirassismus-Camps einen Demonstranten auf der Reeperbahn bewußtlos geschlagen. Das belegt ein Video, das die Linksfrak­tion in der Hamburgischen Bürgerschaft am Mittwoch auf einer Pressekonferenz vorstellte. Darauf ist zu sehen, wie ein Mann am 20. August von Polizisten zu Boden geschlagen wird und mehrere Minuten regungslos liegen bleibt. Ein weiterer Demonstrant wird, am Boden liegend, von drei Beamten festgehalten und von einem vierten auf die Brust und ins Gesicht geschlagen." Artikel von Mirko Knoche in der jungen Welt vom 28.08.2008 externer Link Aus dem Text.Bereits am Montag war bekannt geworden, daß die Polizei ein Kamerateam des Internetmagazins Graswurzel TV angegriffen hat. Auf der Website ist zu sehen, wie ein Beamter den Kameramann schlägt und einem Reporter den Presseausweis vom Hals reißt. Die Deutsche Journalistenunion in ver.di hat dagegen öffentlich scharf protestiert. Die Hamburger Linksfraktion will in den kommenden Wochen eine umfassende Dokumentation der Polizeiübergriffe während des Klima- und Antirassismus-Camps erstellen". Siehe dazu das Video:

  • gegenstrom08: Besetzung Kraftwerksbausstelle Hamburg Moorburg
    "graswurzel.tv selbst wurde während der Wahrnehmung seines öffentlichen Auftrags als Pressevertreter von Beamten einer Hamburger BFE-Einheit tätlich angegriffen. Nachdem wir einen prügelnden Beamten filmten, kam dieser zielgerichtet auf unseren Kameramann zu und entriss ihm seinen Presseausweis. Danach wurde auf ihn mit Schlagstock und Fäusten eingeschlagen. Weder Dienst- noch Zugnummer wurde uns von diesem Beamten mitgeteilt." Das Video bei Graßwurzel-TV externer Link

XII. Branchen > Sonstige Industrie > Elektro- und Metallzulieferer: Dreiste Tarifflucht : Protest bei Vacuumschmelze in Hanau

Tarifflucht VAC: VAC-Geschäftsleitung geht juristisch gegen Warnstreiks vor!

"Nachdem die Geschäftsleitung scheinbar gemerkt hat, dass sie gegen die Kampfbereitschaft der Belegschaft nicht ankommt, versucht sie es nun juristisch: Die Geschäftsleitung der VACUUMSCHMELZE hat am Mittwochnachmittag gegen die IG Metall einen Antrag auf einstweilige Verfügung wegen Unterlassung von rechtswidrigen Streiks beim Arbeitsgericht Hanau gestellt. Damit soll der für kommenden Freitag geplante Warnstreik verhindert werden. Die Verhandlung findet am Donnerstag, 28.08.2008 um 13:00 Uhr im Sitzungssaal des 1. Stocks des Arbeitsgerichts Hanau (Sandeldamm 24a) statt. Die Verhandlung findet öffentlich statt. Wir laden deshalb ALLE, die die Zeit aufbringen können ein an der Verhandlung teilzunehmen." Weitere Informationen bei der IG-Metall Fulda/Hanau externer Link

XIII. Branchen > Medien u. IT > Siemens: Stellenstreichungsprogramm 2008

Siemens-Betriebsrat stimmt Sozialplan zu: Erklärung des Gesamtbetriebsrats

"Der Gesamtbetriebsrat der Siemens AG äußert sich in einer Erklärung zur Annahme des Interessenausgleichs/Sozialplans zum offiziell als "Restrukturierungsmaßnahmen aufgrund des Projekts zur Senkung der Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten ("S G&A") sowie sonstiger Themen ("Non-S G&A")" bezeichneten Konzernumbau. Wie berichtet stimmte der Gesamtbetriebsrat dem zuvor mit der Konzernführung verhandelten Interessenausgleich/Sozialplan in seiner außerordentlichen Sitzung am Dienstag zu..." Weitere Informationen dazu im Siemens-Dialog der IG-Metall vom 27.08.2008 externer Link

XIV. Branchen > Dienstleistungen: Gesundheitswesen > Konflikte allgemein sowie Kämpfe gegen Privatisierung > Charité (Berlin)

Arbeit muss sich lohnen! Vom Lohn muss man leben können!

"Die Wachschutzmitarbeiter der CFM arbeiten zur Zeit 12 Stunden am Tag für umgerechnet 5,25 € /Stunde. Ausserdem arbeiten sie zwischen 210 - 260 Stunden im Monat und verdienen von allen Mitarbeitern am wenigsten. Das gestellte Personal arbeitet 8 Stunden und wird nach Tarif bezahlt, also ca. 12-15 € /Stunden. Selbst das ist bei den heutigen Preisen zu wenig. Die CFM und die Charité als Muttergesellschaft fahren ihren Sparkurs auf unsere Kosten. Sie erwirtschaften durch uns Gewinne und sie schicken unsere Kolleginnen und Kollegen mit Hungerlöhnen nach Hause. Ständig gibt es für die Betroffenen zusätzliche Anforderungen und Aufgaben. Aber die Gehälter bleiben weiter unter Niedriglohnniveau! Jetzt kommt der Unternehmer mit neuen Arbeitsverträgen. Keine Diskussion. "Unterschreib oder geh." Und wer gehen möchte und nicht unterschreibt bekommt obendrein noch eine Kündigung mit dem Hinweis " das der Mitarbeiter zu anderen Kondition weiter beschäftigt werden könnte" sodass der Mitarbeiter weiter verpflichtet ist im Unternehmen zu bleiben, weil er mit solch einer Kündigung kein Cent vom Amt erhalten würde! ." Flugblatt der Gruppe Die Unabhängigen vom 09.05.2008 pdf-Datei

XV. Branchen > Dienstleistungen: Gesundheitswesen > Konflikte allgemein sowie Kämpfe gegen Privatisierung > Stuttgart

Stuttgarter Krankenhausbeschäftigte gingen baden

"Weil den Krankenhäusern durch die Budgetdeckel der Geldhahn abgedreht wird, mussten in den letzten Jahren bereits hunderte von Kliniken schließen. Und wenn das so weitergehe, "werden weitere Krankenhäuser baden gehen" so Personalrat Dieter Janßen bei einer Protestaktion von Krankenhausbeschäftigten am 20.8.08 in Stuttgart. Siebzig Kolleginnen und Kollegen aus Stuttgarter Krankenhäuser gingen deshalb in Dienstkleidung symbolisch für mehr Geld und mehr Stellen im städtischen Freibad in Stuttgart-Untertürkheim baden. Mit dabei ein in Ulla Schmidt benanntes aufblasbares Krokodil." Der Bericht von der Protestaktion bei Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di vom 26.08.2008 externer Link

XVI. Branchen > Dienstleistungen Allgemein > Kirche als Arbeitgeber: Kirche verklagt Kirche, um Dumpinglöhne durchzusetzen

Terminänderung

2. Verhandlungstermin in dem Rechtsstreit Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne gegen Diakonisches Werk Westfalen am heutigen 28. August 2008 wurde kurzfristig geändert. Neuer Termin: Dienstag, 23. September 2008, 9:00 Uhr, Arbeitsgericht Schillerstr. 37, 44623 Herne

XVII. Branchen > Auto: DaimlerChrysler > Bremen

Tarifrunde 2008: Es gibt viel zu holen: Packen wir zu bevor die nächste Krise kommt

Das neue Flugblatt von Kollegen des DaimlerChrysler-Werkes Bremen vom August 2008 pdf-Datei

XVIII. Kosovo und andere Kriege > Afghanistan

Nachwuchsmangel bei der Bundeswehr: Angst vor Afghanistan

"Angesichts zunehmend gefährlicher Auslandseinsätze findet die Bundeswehr immer weniger Freiwillige. Die Zahlen brechen ein, Offizieranwärter und Piloten quittieren den Dienst. Nicht nur attraktive Angebote außerhalb der Truppe stehen dahinter - auch die Furcht vor gefährlichen Einsätzen." Artikel von Gregor Mayntz in der Rheinischen Post vom 28.08.2008 externer Link

Mit liebem Gruß, Mag und Ralf

LabourNet Germany: http://www.labournet.de/
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi


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