Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Dienstag, 8. Juli 2003:
I. Branchen: Dienstleistungen: Bahn
a) Aus für Bahnwerk
Opladen - Hungerstreik beendet
- Der Hungerstreik in Opladen hatte keinen Erfolg: Das dortige Bahnwerk wird
zum Jahresende geschlossen. Den Beschäftigten werden Ersatz-Arbeitsplätze
angeboten. "Das Bahnwerk im nordrhein-westfälischen Opladen wird trotz
der massiven Proteste der Beschäftigten geschlossen. Das ergab ein Spitzengespräch
der Beteiligten bei Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) am Freitag
in Berlin...." Link
zum Bericht in der Netzzeitung vom 04. Juli 2003
- Bahn-Werk Opladen: Der Mitarbeiter-Protest im Instandhaltungs-Werk Opladen
der Deutschen Bahn hat sich weiter verschärft. Am Donnerstag haben die
Streikenden das Werk abgeriegelt und besetzt... Link
zum Bericht in der Netzzeitung vom 03. Juli 2003
- Hungern für Arbeit. Werksbesetzung. 3. Drama am Werkstor, 14.Tag: "Einer
der bittersten Tage, in der Geschichte des 100 jährigen Bahnwerkes Opladen.
Um 06.30 besetzte die Belegschaft das Werk. Gegen 07.20 Uhr wurde Matthias
Ehrle und Klaus Stahl, mit dem Notarztwagen in eine Leverkusener Klinik eingewiesen,
beide Männer waren total erschöpft. Um 17.00 Uhr hat die Belegschaft
nach einer Information durch den Betriebsrat das Werk wieder freigegeben.
Mehr als 100 Kollegen befinden sich jetzt auch über Nacht bei den Hungernden
Kollegen. Erfreulich das heute Kollegen vom Netz Duisburg nach Opladen zu
einem Besuch gekommen sind...." Link
zum Bericht vom 03.07.2003 auf der Aktionsseite
- Die Wahrheit. Aufhebungsbeschluss/Argumente gegen eine Schließung.
Link zu den Hintergründen
der Auseinandersetzung auf der Aktionsseite
b) Deutsche Bahn AG eine verheerende Bilanz. Zur Leidensgeschichte der
Bahnreform. Link zum Artikel
von Winfried Wolf in junge Welt vom 05.07.2003
Résistance: Alstom
Power AG vor Massenentlassung in Mannheim - Arbeiter rebellieren
- Weiter Wirbel um Alstom. Arbeiter kämpfen gegen Stellenabbau in Mannheim
und legen sich mit »Superminister« an. Link
zum Artikel von Martin Höxtermann in junge Welt vom 08.07.2003
- Grenzenloser Widerstand. Europäische Alstom-Beschäftigte protestierten
in Paris gegen geplante Massenentlassungen. Link
zum Artikel von Martin Höxtermann in junge Welt vom 05.07.2003
- Und der Mannheimer Morgen vom 03.07.2003 berichtete: "... Die Koordinatorin
der Protestaktionen auf der Seite der französischen Gewerkschaften war
dennoch zufrieden: "Dies ist ein schöner Tag für die Menschen bei
Alstom", urteilte sie. "Die Arbeiter haben gezeigt, dass sie sich nicht über
Ländergrenzen hinweg gegeneinander ausspielen lassen." Zum ersten Mal
seien auch englische Alstom-Metaller über den Kanal nach Frankreich zu
einer gemeinsamen Aktion erschienen. Dies sei ein historisches Ereignis, freute
sie sich...."
- Aus "Die Rheinpfalz" vom 03.07.2003: "... Rund 5000 Alstom-Mitarbeiter aus
mehreren Ländern protestierten nach Angaben der Arbeitnehmervertreter
gestern in Paris gegen den geplanten Abbau von 5000 der weltweit 109.000 Arbeitsplätze
des angeschlagenen französischen Technologiekonzerns Alstom. An der Demonstration
vor der Konzernzentrale und vor dem Tagungsort der gestrigen Aktionärsversammlung
beteiligten sich auch knapp 700 Mitarbeiter aus dem Mannheimer Alstom-Werk...."
III. Branchen: Dienstleistungen / Allgemein/Sonstige / Deutsche
Post AG
Beschäftigungspakt 2003
- Post: ver.di schließt Beschäftigungspakt bis 2008: 240 000 Arbeitsplätze
gesichert. "Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Post
AG haben sich heute in den frühen Morgenstunden auf einen Beschäftigungspakt
geeinigt. Damit werden betriebsbedingte Beendigungskündigungen bis zum
31. März 2008 ausgeschlossen. Zugleich verzichtet die Post bis Ende 2006
in den rund 95 000 Bezirken der Brief- und Paketzustellung auf Fremdvergabe.
Lediglich in einem eng begrenzten Pilotversuch sollen Aufgaben von 600 Paketzustellbezirken
an andere Unternehmen vergeben werden können..." Link
zur verdi-Pressemeldung vom 05.07.2003
- Post führt die 48-Stunden-Woche ein. Einigung soll Stellensicherheit
bis 2008 bringen. "In der Metallindustrie scheiterte gerade der Streik um
die 35-Stunden-Woche. Bei der Post geht die Gewerkschaft andere Wege: Flexibilisierung
und Mehrarbeit zur Beschäftigungssicherung...." Link
zum Artikel von Velten Schäfer im ND vom 08.07.03
Aufarbeitung
- Schlammschlacht
- Zwickel bleibt dabei: Vorstand wurde faktisch getäuscht. Link
zur IGM-Pressemeldung Nr. 92/2003 vom 7. Juli 2003. Aus dem Text:
"Der IG Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel bleibt bei seinen Vorwürfen
gegenüber dem 2. Vorsitzenden der IG Metall, Jürgen Peters,
und dem Bezirksleiter der IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen,
Hasso Düvel. "Der Vorstand der IG Metall wurde während
der Tarifauseinandersetzung in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie
faktisch getäuscht", sagte Zwickel am Montag in Frankfurt. Der
Vorstand der IG Metall habe ein flexibles Streikkonzept mit zwei- bis
dreitägigen Streiks beschlossen. "Faktisch wurde jedoch in einem
Teil der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie von Anfang bis Ende
Juni und in einem anderen Teil ab Mitte der zweiten Streikwoche ununterbrochen
gestreikt", erklärte Zwickel...."
- Jürgen Peters: Erklärung angesichts des öffentlich erhobenen
Vorwurfs der Täuschung des Vorstandes. Link
zum Volltext der Pressekonferenz am 7. Juli 2003 in Frankfurt am Main
- IG-Metall-Vorstand tagt. Link
zur dpa-Meldung vom 8. Juli 2003, 11:52 Uhr.
- Aus dem Text: "... Der CDU-Politiker Heiner Geißler, ein Kenner
der Gewerkschaftsszene und erfahrener Schlichter in Tarifkonflikten, nannte
die Krise der IG Metall eine «Katastrophe». Niemand könne ein Interesse
daran haben, dass die Gewerkschaften geschwächt würden, sagte
Geißler im ZDF-Morgenmagazin. «Wir brauchen auch in Zukunft starke
Gewerkschaften.»..."
- Vorbildlich: Belegschaft von VW Salzgitter
- Belegschaft VW Salzgitter zeigt Solidarität mit KollegInnen im
Osten. Betriebsrat verhindert Streikbrecherarbeit. Pressemitteilung
vom 19.06.2003, ergänzt um einige Bilder
- Schreiben
der IG Metall- Fraktion des Volkswagenwerkes Salzgitter an den IG
Metall-Vorstand Frankfurt vom 1. Juli 2003 (pdf-Datei). Aus dem Text:
"... Viele von uns haben den Arbeitskampf von Anfang an persönlich
begleitet; so etwa im Volkswagenwerk Chemnitz oder auch bei der ZF Getriebe
GmbH in Brandenburg. Aus diesem Grund gibt es auch eine emotionale Bindung
an die Kolleginnen und Kollegen und ihren Streik für die Angleichung
der Arbeitsbedingungen in Ost und West. Unsere Enttäuschung ist um
so größer, da es während des Arbeitskampfes zu unsachlichen
Äußerungen nicht nur durch die allgemeinen Medien, sondern
leider auch durch einige IG Metall Mitglieder in der Öffentlichkeit
gekommen ist...."
- Rücktrittsforderungen vollkommen fehl am Platz. Pressemitteilung
von Andreas Blechner, Betriebsratsvorsitzender VW Salzgitter, vom
3. Juli 2003 (pdf-Datei)
Hieraus unser Zitat des Tages:
"Der Arbeitskampf ist nicht im Osten verloren gegangen. Die
Kolleginnen und Kollegen haben in ihrem zum Teil vierwöchigen Streik ihre
Kampfkraft bewiesen! Wer diesen Kolleginnen und Kollegen in den Rücken
fällt, um persönliche Rechnungen zu begleichen, handelt hochgradig
gewerkschaftsschädigend!"
- Inhaltliche Neuorientierung der IG Metall hat Vorrang vor der Personaldiskussion.
Pressemitteilung
von Klaus Volkert, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Volkswagen
AG und Mitglied des Vorstandes der IG Metall, vom 4. Juli 2003
- Öffentlicher Dienst (Berlin)
- Tarifgemeinschaft vor der Spaltung. Berlin: GEW pocht auf Lehrereinstellungen,
ver.di droht mit Alleingang. "Der Streit innerhalb der Berliner Gewerkschaften
des öffentlichen Dienstes um den am vergangenen Montag erzielten
Tarifabschluß mit dem Berliner Senat verschärft sich. Der Landesverband
der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bekräftigte am
Montag, den Vertrag in der vorliegenden Form nicht zu akzeptieren...."
Link zum Artikel
von Rainer Balcerowiak in junge Welt vom 08.07.2003
- Am Freitag wieder im Chat: Roland Tremper zum Tarifabschluss in Berlin.
"Haben Sie Fragen, Anmerkungen oder Kritik zum Tarifabschluss für
Berlins öffentlichen Dienst? Roland Tremper, Verhandlungs- und Geschäftsführer
des ver.di-Bezirks Berlin, steht Ihnen Rede und Antwort dazu - wegen der
regen Teilnahme am Montags-Chat wieder am Freitag, 11. Juli, von 14 bis
16 Uhr."
- Öffentlicher Dienst NRW: Beschluss
der ver.di-Vertrauensleuteleitung der Betriebsgruppe Uni Bonn vom 7.7.03.
"Angesichts der Kündigung des Zuwendungs- und Urlaubsgeldtarifvertrags
durch den Bund und die Länder und der Absicht der Regierungskoalition
aus SPD und Grünen in NRW, eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit der
Landesbeschäftigten auf 41 Stunden anzustreben, fordert die Vertrauensleuteleitung
der ver.di-Betriebsgruppe Uni Bonn die Große Tarifkommission sowie alle
anderen zuständigen ver.di-Gremien auf, sofort die Tarifverhandlungen
über eine Modernisierung des BAT/MTArb abzubrechen und sie erst wieder
aufzunehmen, wenn die o.g. Schritte der öffentlichen Arbeitgeber zurückgenommen
wurden...."
Lieber Gruss, Mag
LabourNet Germany: http://www.labournet.de/
Der virtuelle Treffpunkt der Gewerkschafts- und Betriebslinken
The virtual meeting place of the left in the unions and in the workplace