Home > Diskussion > Aktionen > 2004 > Herbst2004 > Agenturschluss > agentur_lehmann
Updated: 18.12.2012 15:51
Aktuelle Meldungen im neuen LabourNet Germany

Leserbrief zu "Arbeitsagenturen im Fadenkreuz" von Isa Paape, UZ vom 14.
Januar 2005*

Schade, daß Isa Paape nicht auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung junge Welt war. Außer einem bewegenden Auftritt von Angela Davis hätte sie dort auch Mag Wompel erleben können, wie diese u.a. deutlich erklärt hat, daß es nie ein Ziel der Aktion "Agenturschluß" war, die
MitarbeiterInnen der Arbeitsagentur anzugreifen.

Es ging einzig und allein darum, sie auf ihre persönliche Verantwortung aufmerksam zu machen und darüber mit ihnen zu diskutieren. Abgesehen davon, daß der Unterschied zwischen den Menschen vor und denen hinter dem Schreibtisch oft nur in einem auf sechs Monate befristeten Arbeitsvertrag als "Fallmanager" besteht. Man kann zudem nur hoffen, daß es auf Nichtwissen und nicht auf der Absicht zur Polemik beruht, wenn das PV-Mitglied Paape behauptet, es sei darum gegangen, "die Auszahlung der Unterstützungsleistung zu blockieren." Wozu gut ausgebildete Leute "Qualifizierung" brauchen und auf welche Arbeitsplätze "vermittelt" werden soll, bleibt ebenfalls das Geheimnis der Autorin. Man erinnere sich daran, wie Jagoda in einer groß angelegten Propagandaaktion aus dem Amt gejagt wurde, weil das Arbeitsamt angeblich zu wenig vermittelt. Isa hat mit ihrem Artikel vorsichtshalber bis nach dem 3. Januar gewartet, falls die Aktion doch noch eingeschlagen wäre wie eine Bombe.

Tatsächlich hat es sich, alle Orte zusammengenommen, um eine der größten Aktionen der Erwerbslosenbewegung seit 1998 gehandelt. Jeder weiß, wie schwer es ist, seit Jahren drangsalierte und gedemütigte Erwerbslose zu aktivieren. A propos "Bombe": Die Überschrift "im Fadenkreuz" ist geradezu ehrenrührig und hoffentlich einer Schlamperei der Redaktion, aber nicht ihrer bewußten Auffassung geschuldet.

Mag Wompel arbeitet auch nicht gegen die Gewerkschaften, sondern hat nach diversen Enttäuschungen erkennen müssen, daß sich Erwerbslose offenbar besser ohne die Gewerkschaften organisieren. Wo es um den Kampf für die 35-Stunden-Woche im Osten oder den Opelstreik in Bochum ging, ist auch auf den Seiten der UZ schon festgestellt worden, daß sich die Haltung (in diesem Fall) der IG Metall wohlwollend mit "Ignoranz", eher aber doch als "Verrat bezeichnen läßt.

Ich dachte immer, meine Aufgabe als Kommunistin sei der Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse und nicht, mit den bürgerlichen Kräften zusammen ins Horn zu stoßen, wenn es darum geht, die Klasse in Menschen mit und ohne Lohnarbeit zu spalten (wahlweise in Männer und Frauen, Kinderlose und Eltern, "Ausländer" und "Deutsche"). Aber vielleicht habe ich da ja bei den neuesten Entwicklungen im PV etwas verpaßt.

Petra Lehmann, Aschaffenburg

*) Artikel von Isa Paape in unsere zeit - Zeitung der DKP externer Link – vom 14. Januar 2005

 


Home | Impressum | Über uns | Kontakt | Fördermitgliedschaft | Newsletter | Volltextsuche
Branchennachrichten | Diskussion | Internationales | Solidarität gefragt!
Termine und Veranstaltungen | Kriege | Galerie | Kooperationspartner
AK Internationalismus IG Metall Berlin | express | Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken
zum Seitenanfang