Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Mittwoch, 25. Juni 2003:
- IG Metall knickt ein
- IG Metall setzt auf Verhandlungen. "Zwickel sagte, die IG Metall
wolle für die Metall- und Elektroindustrie eine Lösung wie in
der ostdeutschen Stahlbranche. Sie sei aber bereit, andere Wege auszuloten.
So sei es denkbar, für einzelne Betriebe - je nach wirtschaftlicher
Leistungsfähigkeit - unterschiedliche Geschwindigkeiten bei der Einführung
der Arbeitszeitverkürzung zu vereinbaren. (...) Denkbar sei auch,
dass ein Teil der Arbeitszeitverkürzung als Zeit für Qualifizierung
der Beschäftigten genutzt würde...." Link
zur IG Metall-Meldung vom 24. Juni 2003. Dazu die Wirtschaftspresse:
- IG Metall knickt ein. "IG-Metall-Chef Klaus Zwickel gibt der Kritik
aus Wirtschaft, Politik und aus den eigenen Reihen am Großstreik
im Osten nach. Er öffnet mit ersten Zugeständnissen den Verhandlungsweg...."
Link zum
Artikel von Guido Reinking und Max Smolka in FTD vom 25.6.2003. Dem
Text ist zu entnehmen, daß VW erwägt, aus dem Arbeitgeberverband
in Sachsen auszutreten - mit Einverständnis des Betriebsrats. Vom
GBR Klaus Volkert wird berichtet, auch er befürworte diesen Schritt
- als Strafe für die Eskalation des Streiks durch die Arbeitgeber...
Und ein West-VW-Betriebsrat verneint die von Peters angekündigten
Solidaritätsaktionen im Westen mit der Begründung "Wer
zu Kurzarbeit gezwungen ist, wird sich wohl kaum solidarisch zeigen"
....
- In der IG Metall wächst die Kritik. "Kollege Peters ist über
das Ziel hinausgeschossen". "Damit hatte die Spitze der IG Metall
nicht gerechnet. Ein eindeutiges Signal der Solidarität an die Streikenden
in Ostdeutschland sollte von ihrer groß angelegten Konferenz der
Automobil-Betriebsräte in Frankfurt ausgehen. Doch stattdessen hagelte
es heftige Kritik...." Link
zum Artikel von Helmut Hauschild in Handelsblatt vom 25. Juni 2003
- Zwickel steckt neue Kompromisslinien ab. IG Metall geht das Drohpotenzial
aus. "Sollte bis Sonntagabend keine Lösung im ostdeutschen Metallerstreit
gefunden werden, so befürchtet IG-Metall-Chef Klaus Zwickel ein Nebeneinander
von vielen verschiedenen Firmentarifverträgen...." Link
zum Artikel von Dietrich Creutzburg in Handelsblatt vom 25. Juni 2003
- Aus den Betrieben:
II. Diskussion: (Lohn)Arbeit und Erwerbslosigkeit / Arbeit, Arbeit, Arbeit
- "realpolitische" Modelle der Sozial- und "Beschäftigungs"politik / allgemein
/ "Agenda
2010"
- Offener
Leserbrief von Thomas Steinhäuser, IG Metall Halberstadt, an den Vorsitzenden
der IG BCE zum Thema Reformagenda 2010 (pdf-Datei). Aus dem Text: "...
Für mich sind weder die Debatte um die Agenda 2010 noch der Protest gegen
sie beendet. Möglicherweise stellst du hier die Position der IG BCE in
diesem Artikel dar, aber auch da ist mir bekannt, dass Kolleginnen und Kollegen
im Organisationsbereich der IG BCE unverändert kritisch bis ablehnend
der Agenda 2010 gegenüber stehen. Von "...die Richtung stimmt",
möchte ich mich ausdrücklich distanzieren. Viele Kolleginnen und
Kollegen innerhalb der IG Metall und auch darüber hinaus werden nichts
unversucht lassen, die Agenda 2010 zu verhindern." Der Kollege bezieht
sich dabei auf folgenden Artikel: Schmoldt: Debatte um Agenda ist beendet.
Gewerkschaftschef lehnt drastische Subventionskürzungen ab - Scharfe
Attacken gegen Grüne. Link
zum Artikel von Christoph B. Schiltz in die Welt vom 21.6.2003. Das kritisierte
Zitat darin lautet: ""Die grundsätzliche Debatte um das Für
und Wider der Agenda 2010 ist beendet. Auch für die Gewerkschaften",
sagte Hubertus Schmoldt, Chef der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), der
WELT. Laut Schmoldt erkennen die Gewerkschaften an, dass die Agenda in den
Regierungsparteien große Mehrheiten findet. "Auch wir wissen: Reformen
müssen sein, es kann nicht alles bleiben, wie es ist. Und: Die Richtung,
die der Kanzler dabei vorgibt, stimmt.""
- Statt "Sommer-Pause" weiterhin aktiv gegen Sozialabbau auftreten!
Resolution
vom IG Metall Vertrauenskörper Alstom Power Generation Mannheim-Käfertal
(12.06.03)
- »Nicht in unserem Namen« Transnet-Basis wehrt sich gegen Unterstützung
der »Agenda 2010« durch Gewerkschaftsspitze. Link
zum Artikel von Hans-Gerd Öfinger in junge Welt vom 24.06.2003
- Gegendarstellung - Laut unserem eigenen Pressegesetz sind wir verpflichtet,
Gegendarstellungen abzudrucken, wenn anderswo im Interesse der großen
Unternehmen gebetsmühlenartig wiederholt wird, die Erde sei eine Scheibe.
Eine Position
der ila-Redaktion aus ila 266, Juni 2003 (pdf-Datei)
- Es geht ohne Sozialabbau und ohne Agenda 2010. Erklärung
zur aktuellen Sozial- Wirtschafts- und Finanzpolitik vom Nürnberger Aktionsbündnis
für Arbeit und soziale Gerechtigkeit, beschlossen beim Treffen des Aktionsbündnisses
am 05.06.03 (pdf-Datei). Zum Nürnberger Aktionsbündnis für
Arbeit und soziale Gerechtigkeit siehe Selbstdarstellung
mit Liste der Unterzeichner, Stand: 23.06.03 (pdf-Datei)
- Der Herbst wird heiß. Straßenzeitungen wollen gegen Abriß
des Sozialstaates mobilmachen. Jahrestreffen in Leverkusen. "Die 21 Mitgliedsvereine
des »Bundesverbandes Soziale Straßenzeitungen« wollen künftig
enger zusammenarbeiten und gemeinsame Themenseiten herausbringen. Dies beschlossen
die Delegierten auf ihrer Jahrestagung, die Anfang Juni in Leverkusen (NRW)
stattfand..." Link
zum Artikel von Martin Höxtermann in junge Welt vom 11.06.2003
III. Diskussion: (Lohn)Arbeit und Erwerbslosigkeit / Arbeit, Arbeit, Arbeit
- "realpolitische" Modelle der Sozial- und "Beschäftigungs"politik / Arbeitsamt
und Arbeitszwang
a) Arbeitssuchmeldepflicht
b) Arbeit oder Arbeit: ein Prozess gegen Zwangsarbeit. Bericht
von Antonín Dick über einen erfolgreichen Prozeß gegen Zwangsarbeit
IV. Diskussion: (Lohn)Arbeit und Erwerbslosigkeit / Arbeit, Arbeit, Arbeit
- "realpolitische" Modelle der Sozial- und "Beschäftigungs"politik / PSA
und andere Sklavenhändler
a) Update des iGZ-BZA-DGB Tarifvergleiches. Gleichbehandlung und gleicher Lohn
sind völlig vom Tisch.
"Innerhalb von 3 Monaten kippte der DGB seine "Equal Pay"-Forderung und senkte
den Zeitarbeitstarif auf das Niveau des christlichen "Schmuddeltarifs". Alles
in allem: der DGB hat seine ordnungspolitischen Hausaufgaben gemacht und ist
der staatlichen Verordnung der "Hartz-Gesetze" - gleich mit zwei Zeitarbeits-Tarifverträgen
- nachgekommen, ohne die es ab 1.1.2004 "Equal pay" für alle Zwangs-/ZeitarbeiterInnen
gegeben hätte. Dafür sind wir echt dankbar! - Rücken krumm, Tasche
leer DGB, Danke sehr!" Link
zum Tarifvergleich der FAU vom 11.6.2003 (pdf-Datei)
b) 99% Zustimmung und viel Lob für iGZ- / DGB-Tarifwerk. Link
zum Bericht vom iGZ-Bundeskongress "Zeitarbeit auf dem Weg in die Tarifierung"
am 25. Juni 2003 in Köln bei der iGZ. Anwesend waren übrigens
- als neue Partner der Zeitarbeitbranche - Dorothea Müller, Bundesvorstand
Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft; Jürgen Peters, Stv. Vorsitzender
Industriegewerkschaft Metall; Reinhard Dombre, Verhandlungsführer DGB-Tarifkommission...
c) Wismar: Leiharbeit für 2,24 Euro Stundenlohn - Widerstand gegen Sozialamt
"In den neuen Bundesländern werden stillschweigend viele Maßnahmen
des Sozialabbaus, wie sie nach dem Hartz-Konzept geplant sind, bereits in die
Tat umgesetzt. In Wismar gründete die AWO bereits am 1. Juli 2001 eine
so genannte "gemeinnützige Gesellschaft", die Protinus GmbH.
Das Sozialamt der Stadt Wismar zwingt insbesondere jugendliche Sozialhilfeempfänger
unter Androhung des Entzugs der Sozialhilfe dazu, bei der Protinus GmbH einen
"Praktikanten-Vertrag" zu unterschreiben. (...) Das Gericht stellt
im Urteil Aktenzeichen 6 B 296/03 fest: Bei dem "Praktikantenvertrag" handelt
es sich gar nicht um ein Praktikum, das der Ausbildung und Förderung dient,
sondern um ein gewöhnliches Arbeitsverhältnis. Ein Stundenlohn von
2,24 Euro sei Lohnwucher..." Link
zum Bericht bei "Arbeit Zukunft", der Zeitung der "Organisation
für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands"
Dagegen gibt es zum Glück Proteste:
d) Das kann doch nicht wahr sein ! Resolution
des Landeserwerbslosenausschusses Niedersachsen-Bremen in ver.di vom 10. Juni
2003 (pdf-Datei). Aus dem Text: "Die Kollegen von der Metall kämpfen
im Osten für die tarifliche Verankerung der 35 Std.-Woche, damit im Osten
wie im Westen die gleichen Arbeitszeiten gelten. Die Tarifgemeinschaft des DGB
will mit dem BZA und der IGZ Tarifverträge über Leiharbeit abschließen,
die das Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit", wie es im
geänderten AüG vorgesehen ist, außer Kraft setzen...."
Lieber Gruß, Mag
LabourNet Germany: http://www.labournet.de/
Der virtuelle Treffpunkt der Gewerkschafts- und Betriebslinken
The virtual meeting place of the left in the unions and in the workplace
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