Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Freitag, 20. Juni 2003:
- BMW: Alle Räder stehen still. "Auf Grund von Engpässen bei
der Zulieferung muss der BMW-Konzern von Montag an die Produktion in zwei
Werken stoppen. Der Konzern drohte mit dem Rückzug aus den bestreikten
Ländern. Unterdessen verhängte das Arbeitsgericht Brandenburg/Havel
ein Ordnungsgeld gegen die IG Metall wegen illegaler Blockaden bestreikter
Betriebe...." Link
zum Artikel in Süddeutsche Zeitung vom 19.06.2003
- Gericht bestraft IG Metall für Betriebsblockaden. "Der Tarifkonflikt
in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie spitzt sich zu. Ein Arbeitsgericht
verhängte wegen illegaler Betriebsblockaden in Brandenburg gegen die
IG Metall und deren Vorsitzenden Klaus Zwickel ein Ordnungsgeld. Nach Angaben
der Arbeitgeber verhängte das Arbeitsgericht Brandenburg/Havel ein Ordnungsgeld
von 25.000 Euro. Grund seien anhaltende Verstöße gegen einen früheren
Gerichtsbeschluss, teilte der Arbeitgeberverband von Berlin und Brandenburg
VME am Donnerstag mit. Wahlweise könne auch eine dreimonatige Haftstrafe
angetreten werden. Das Arbeitsgericht habe bereits am Mittwoch eine entsprechende
einstweilige Verfügung erlassen...." Link
zum Artikel in ftd.de vom 19.6.2003
- Metaller-Streiks in Ostdeutschland provozieren Grundsatzdebatte. "Die
IG Metall hat ihre Streiks zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland
ausgeweitet und erstmals auch Betriebe in Brandenburg und dem Ostteil Berlins
einbezogen. Die Opposition nutzt den unpopulären Arbeitskampf zu einem
Generalangriff auf die Macht der Gewerkschaften - sie will nicht weniger als
die Tarifbindung abschaffen...." Link
zum Kommentar in ftd.de vom 17.6.2003
- (Un)Zitat des Tages 20.6.2003: "IG Metall bedauert mögliche
streik-bedingte Produktionsausfälle in der Autoindustrie"
So lautet der Titel der IG
Metall-Presseerklärung Nr. 88/2003 vom 19. Juni 2003 (Link): "Peters:
"Verantwortung für Produktionsstilllegungen tragen allein die Arbeitgeber".
Die IG Metall hat den vom BMW-Konzern für die Werke München und
Regensburg angekündigten Produktionsstopp bedauert. "Die Verantwortung
dafür tragen allein die Arbeitgeber", sagte der 2. Vorsitzende der
IG Metall, Jürgen Peters, am Donnerstag in Frankfurt...." - Streiken
ohne Folgen?
- Solidarität:
- Link
zur Solidaritätsadresse an die streikenden Metaller im Osten vom
Chemiekreis vom 5.6.03
- Solidaritätserklärung der Berliner attac-Regionalgruppe vom
17.6. zum Metaller-Streik für die Verkürzung der Wochenarbeitszeit
auf 35 Stunden in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie:
"Dreizehn Jahre nach der Wende weigern sich die Metall-Arbeitgeber
immer noch in Ostdeutschland die Wochenarbeitszeit an die in Westdeutschland
anzugleichen. Nicht nur das - inzwischen wird diese Auseinandersetzung
von den Arbeitgebern benutzt, um in Ostdeutschland überhaupt Tarifverträge
und kollektive gewerkschaftliche Interessensvertretung in Frage zu stellen.
Gegen diese Anti-Gewerkschaftskampagne stellen wir uns als attac Berlin
solidarisch an die Seite der Streikenden! Weit über die Gewerkschaften
hinaus bedarf es einer Bewegung, die der neoliberalen Abbaupolitik sozialer
Rechte und der Umverteilung nach oben offensiv entgegentritt. Tarifvertraglich
abgesicherte Arbeitszeitverkürzung kann ein wesentliches Mittel sein,
um Arbeit auf alle aufzuteilen - und zwar im Sinne der auf angemessenen
Lohn angewiesenen, und nicht im Sinne der neuen Sklavenhändler und
Niedriglohn-Agitatoren. In diesem Sinn halten wir euren Streik für
gerecht und einen Schritt in die richtige Richtung!"
- Arbeitskampf der IG-Metall verdient bedingungslose Solidarität.
Soli-Flugblatt
der AG Betrieb & Gewerkschaft der PDS (pdf-Datei)
II. Diskussion: (Lohn)Arbeit und Erwerbslosigkeit / Arbeit, Arbeit, Arbeit
- "realpolitische" Modelle der Sozial- und "Beschäftigungs"politik / allgemein
/ "Agenda
2010": Infos und Kommentare
Agenda 2010: Der erste Gesetzentwurf. Link
zum Gesetzentwurf als pdf-Datei bei der Arbeitnehmerkammer
Gewerkschaftsgedanke weiterentwickeln, statt Unternehmerlogik akzeptieren
Der Chemiekreis hat die Initiative "Gleichgesinnte" gestartet: "Die UnterzeichnerInnen
des anhängenden Aufrufs unternehmen ausgehend von der Kritik an der IGBCE
(Chemiegewerkschaft) einen Vorstoss mit Gleichgesinnten in Verbindung zu treten,
um die bisherige "Chemieopposition" zu stärken und weiter zu entwickeln...."
IV. Diskussion: Wirtschaftspolitik und Gewerkschaften / Gesundheitswesen
a) Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz (GMG) - ver.di-Bewertung vom 19.
Juni 2003
"Der vorliegende Gesetzentwurf enthält eine Reihe von zukunftsfähigen
Neuerungen im Detail, die zu einer Verbesserung von Qualität und Effizienz
der Leistungen beitragen werden. Diese werden jedoch überlagert von zwei
tiefgreifenden Veränderungen des Gesamtsystems, die in ihren nachteiligen
Wirkungen für Patienten, Versicherte und Beschäftigte so gravierend
sind, dass sie für ver.di in der vorliegenden Form nicht akzeptabel sind...."
b) Die Denkfabrik hinter der Gesundheitsreform. Missionare überm Supermarkt
"Wer stirbt, kostet nichts. Aber wer mit Herzinfarkt-Risiko lebt, kostet bis
zu achtmal mehr als ein Gesunder. Lohnt es sich also für die Krankenkassen,
wenn alle Herzinfarkt-Kandidaten mit Blutfettsenkern behandelt würden?
Ein 45-jähriger Durchschnitts-Mann würde vier Monte länger leben,
wenn er die nächsten 30 Jahre Blutfettsenker nähme. Lohnt sich das
für ihn?..." Link
zur Reportage von Ulrike Winkelmann in der taz vom 18.6.2003
c) Trojaner der Pharmaindustrie
"Das Pharmaunternehmen Novartis bewegt Kranke mit Lockangeboten dazu, die medikamentöse
Behandlung auf die firmeneigenen Produkte einzuschwören. Novartis ist das
gesundgeschrumpfte Konglomerat zweier traditionsreicher Unternehmen, vormals
Ciba und Geigy, mit Sitz in Basel. "Um eine positive Bilanz zu ziehen, braucht
es nicht immer Gewinn," heißt es auf der Schweizer Homepage des Konzerns...."
Link zum Artikel
von Herbert Hasenbein in telepolis vom 18.06.2003
d) Geldspritze für Ganoven aus dem Gesundheitswesen
"Das deutsche Gesundheitswesen macht es Täuschern und Tricksern leicht:
Im unübersichtlichen System fehlt die Kontrolle. Auch die neuen Gesetzesvorhaben
von Sozialministerin Ulla Schmidt dürften daran nur wenig ändern...."
Link zum Artikel
von Philipp Jaklin, Hugh Williamson und Sonia Shinde aus der FTD vom 13.6.2003
e) Lasst sie doch einfach verenden. Link
zu Vorschlägen zur Gesundheitsreform von Rainer Trampert in jungle
World 25 vom 11. Juni 2003
Ein arbeitsfreies Wochenende wünscht
Mag
LabourNet Germany: http://www.labournet.de/
Der virtuelle Treffpunkt der Gewerkschafts- und Betriebslinken
The virtual meeting place of the left in the unions and in the workplace
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