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Updated: 18.12.2012 15:51 |
Konzernbetriebsrat IGM-Vorstand 60528 Frankfurt/Main Mannheim, den 29.07.2004 „Kompromiss“ bei Daimler-Chrysler Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach Siemens nun also Daimler-Chrysler mit dem nächsten Erpressunsgmanöver. Wer kommt danach: MAN, Opel, VW....? Der Abschluss bei Daimler- Chrysler erfüllt nicht nur die Forderung des Konzern-Vorstandes von 500 Mio. € „Einsparungen“ pro Jahr auf Kosten unserer KollegInnen. Darüber hinaus bedeutet er aus unserer Sicht eine weitere Preisgabe von Regelungen des Flächentarifvertrags und gewerkschaftlicher Grundsätze:
Einem Teil der Daimler-Chrysler-KollegInnen wird damit ein Entgeltverzicht von über 20% aufgezwungen bei einer ganzen Reihe von erheblichen zusätzlichen Einschränkungen, und die Belegschaft wird tarifpolitisch noch weiter aufgespalten. Wir können die Einschätzungen des 1. Vorsitzenden
der IGM (eine „gute Lösung“) Nach Siemens wird erneut den Erpressungen eines äußerst profitablen Konzerns nachgegeben – und das obwohl die IG Metall bei DC eine ihrer Hochburgen hat, obwohl die KollegInnen bei DC kampfbereit gewesen sind und die Konzernleitung durch die Weiterführung und Ausweitung der Proteste und Streiks sehr schnell zur „Vernunft“ hätte gebracht werden können. Der „Kompromiss“ bei DC ist aus unserer Sicht ein weiterer bedeutender Schritt zur Aushöhlung der Flächentarifverträge mit Zustimmung der IGM-Führung. Ja mehr noch, dies ist unseres Erachtens ein weiterer hausgemachter Beitrag zur Schwächung unserer IG Metall. Es bedarf keines besonderen politische Weitblicks, um vorauszusehen, dass Kapital und Politik ihre Frontalangriffe gegen alle sozial- und tarifpolitischen Errungenschaften dieser Republik jetzt erst recht fortsetzen werden. Eine großartige Chance zur Entwicklung eines wirksamen und breiten Widerstand gegen dieses grund-gesetzwidrige Treiben wurde verpasst. Wir fordern erneut vom Vorstand der IG Metall, dass in der Organisation endlich ohne Tabus über Abschlüsse wie bei Siemens und Daimler Chrysler gemeinsam geredet wird und eine Korrektur unseres gegenwärtigen Kurses eingeleitet wird. Wir befürchten die Zerstörung der gewerkschaftlichen Gegenmacht, wenn wir weiter in der Logik des Standortdenkens und der Anpassung an die neoliberalen Vorgaben verharren. Es gibt eine Alternative zu Arbeitslosigkeit, Sozialabbau und Erpressungen:
Ohne die Forsetzung der am 3. April 2004 durchgeführten Demonstrationen und ihre Entwicklung hin zu massiven betrieblichen und außerbetrieblichen Aktionen wird das nicht möglich sein. Wir als Gewerkschaften müssen deutlich machen, dass unser Auftrag und unsere Existenzberechtigung ausschließlich die gemeinsamen sozialen Interessen der abhängig Beschäftigten und der erwerbslosen KollegInnen sind. Wenn wir nicht in Wort und Tat in diesem Sinne endlich wirksam werden, ist der beschleunigte politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Niedergang dieser Republik vorgezeichnet. Um es mit unserem „Schlachtruf“ bei Alstom zu sagen: „Unsere Chance – Rèsistance!“ Dieser Brief ist Ausdruck unserer ernsten Sorge über die Zukunft der IG Metall. In Erwartung Eurer Stellungnahme und mit freundlichen Grüssen, |