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Solidaritätsveranstaltung mit Metin Serefoglu

31. Januar 02 um 19.00 Uhr im Bürgerhaus Düsseldorf-Bilk, Himmelgeisterstr. 107

 

Dem türkischen Kollegen Metin Serefoglu wurde am 13. September fristlos gekündigt,weil er nicht an der Schweigeminute für die Terroropfer in den USA am teilnehmen wollte.

Metin Serefoglu arbeitet bei der Firma Kostal in Lüdenscheid.

"Ich möchte um alle Menschen in der Welt gleich trauern", begründet er. Schliesslich habe es auch keine Trauerfeiern, Gedenkminuten und Fahnen auf Halbmast gegeben, als in der Türkei 30.000 Menschen durch ein Erdbeben starben, in Jugoslawien 300.000 Menschen dem Krieg zum Opfer fielen und unzählige Kurden im Osten der Türkei ermordet wurden. Diese Überzeugung hat ihm den Job gekostet. Drei Stunden nach der Schweigeminute wurde ihm per Boten "aus personal-und verhaltensbedingten Gründen fristlos gekündigt. Der Betriebsrat hat dieser fristlosen Kündigung zugestimmt, ohne Metin vorher in der Sache und zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu hören.

Besonders Brisanz erhält dieser Fall, weil Metin Serefoglu Mitglied der IG Metall ist, genau so wie die Mitglieder des Betriebsrat. Der Betriebsratvorsitzende ist gar der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Verwaltungsstelle Lüdenscheid. Der Kollege Metin Serefoglu hat aufgrund dieser Konstellation auf eine Vertretung durch die IG Metall vor dem Arbeitsgericht verzichtet. Stattdessen vertritt ihn der Hagener Rechtsanwalt IngoTheissen vor dem Arbeitsgericht in Iserlohn.

Die FamilieSerefoglu hat fünf Kinder, die älteste Tochter ist 16, der jüngste Sohn 2 Jahre alt. Seit die Nachricht von der Kündigung des Vaters die Runde macht, wollen die Kinder nicht mehr zur Schule gehen. Sie werden von ihren Mitschülern als Verbrecher beschimpft, keiner möchte in der Klasse neben ihnen sitzen.

Der Fall Serefoglu ist ein Beispiel, wie die Situation nach dem 11. September zur Verfolgung von kritischen Menschen genutzt wird. Der Abbau von demokratischen Rechten im Betrieb wird, wenn diese Kündigung nicht zurückgewiesen wird, verschärft vorangetrieben werden. Grund genug für Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen die sich im Betrieb nicht den Mund verbieten lassen wollen, Solidarität mit Metin Seferoglu auszuüben. Aber auch über den gewerkschaftlichen Bereich hinaus hat dieser Fall Bedeutung. So haben in Folge der Anschläge vom 11. September die Regierungen in den meisten Staaten der westlichen Welt sogenannte Sicherheitspakete verabschiedet, die einen zum Teil massiven Abbau demokratischer Rechte beinhalten. Weiterhin wird die Kontrolle der Bevölkerung durch die Geheimdienste und anderer Institutionen vorangetrieben.

Die Veranstaltung mit Metin Serefoglu und seinem Anwalt Ingo Theissen findet am 31. Januar 02 um 19.00 Uhr im Bürgerhaus Düsseldorf-Bilk, Himmelgeisterstr. 107, statt.

Das Forum kritischer GewerkschafterInnen Düsseldorf mit Unterstützung des Friedensforum Düsseldorf sind die Veranstalter.
v.i.s.d.p. Ergün Durmus Am Schorn 27, 40472 Düsseldorf


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