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Umstrittene Flugblatt-Aktion. Ver.di-Bezirk Nordrhein-Westfalen-Süd demonstriert vor Kostal für fristlos entlassenen Metin Serefoglu. Betriebsrat Rainer Schmolke empört: "Wir sind doch keine Rassisten" Link zum Artikel von Martin Messy in Märkische Zeitung vom 26.01.2002

als sprecher des arbeitskreisies gegen rassismus und rechtsextremnismus des ver.di bezirks nrw.-süd nehme ich zu dem o.g. artikel wie folgt stellung:

1. ihr reporter lässt es an der erforderlichen recherche mangeln, wenn er über die flugblattaktion in der weise berichtet, wie er es tut. seine darstellung ist einseitig, entbehrt der erforderlichen differenzierung und entlarvt sich am ende als tendenziös. herr messy unterließ es offensichtlich willentlich, sich mit den anwesenden mitgliedern des arbeitskreises zu unterhalten.

2. richtig ist, dass es nicht wenige kolleginnen und kollegen der firma kostal gab, die in der von herrn messy dargestellten weise reagierten. richtig ist indes auch, dass von 500 flugblättern, die verteilt wurden, nur drei den weg des nächsten papierkorbes gingen. einige kolleginnen und kollegen begrüßten ausdrücklich, dass "endlich" etwas geschehe. viele nahmen interessiert zur kenntnis, dass sich in der sache serefoglu widerstand regt.

3. der arbeitskreis gegen rassim us und rechtsextremismus hatte seine ursprünglich für den 18. januatr geplante aktion um eine woche verschoben, um nachdenken auf allen seiten zu ermöglichen. die zuständigen stellen der ig metall waren hierüber informiert und aufgefordert, sich zu bewegen. da sich weder der betriebsrat, noch die ig metall verwaltungsstelle lüdenscheid hierzu bereitfanden, setzte der arbeitskreis am 25. januar durch die flugblattaktion einen offiziellen und einstimmigen beschluss des ver.di bezirksvorstandes nrw-süd um, der ausserdem die ausdrückliche billigung des landesbezirksleiters der ver.di nordrhein westfalen, hartmut limbeck hatte. insofern ist zur kentnis zu nehmen, dass es in demokratischen großorganisationen zu einem kritischen thema durchaus unterschiedliche meinungen geben kann, die auch kommuniziert werden.

4. der arbeitskreis gegen rassismus und rechtsextremismus hat keinen konflikt mit dem betriebsrat von kostal, nicht mit der igm verwaltungsstelle düsseldorf und schon gar nicht mit der igm als ganzem. vielmehr arbeiten mitglieder des arbeitskreises in gewerkschaftlichen antirassistischen netzwerken bundesweit auch mit kolleginnen und kollegen der igm konstruktiv und erfahrungsgemäß gut zusammen.

5. niemand behauptet, die firma kostal sei rassistisch. niemand behauptet dies über den betriebsrat von kostal. niemand behauptet, dies sei die igm verwaltungsstelle lüdenscheid. festzuhalten bleibt aber: die handelnden akteure in lüdenscheid haben in einer für alle schwierigen situation offensichtlich übereilt, unreflektiert und überzogen gehandelt. wenn sie nun meinen, sich schuhe anziehen zu wollen, die ihnen niemand bereit gestellt hat, dann ist das ausschließlich ihr eigenes problem.

wir hoffen jedoch nach wie vor, dass trotz aller blockaden am ende der letzte satz unseres flugblatts noch bis in die angesprochenen hirnwindungen durchdringt: " der kopf ist rund, damit das denken die richtung wechseln kann."

andreas buderus
für den arbeitskreis gegen rassismus und rechtsextremismus des ver.di bezirks nrw-süd


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