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Updated: 18.12.2012 15:51
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Bericht von der Veranstaltung am 4. Februar in Kassel

Am Freitag, den 4. Februar wurde vom Forum Gewerkschaften Kassel, dem Nordhessische Bündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ und den AlternativenMetallern Kassel im Café Buch-Oase in Kassel eine Diskussion mit den Fragen: „Schwächen alternative Betriebsratslisten die Einheit der Beschäftigten?“ und: „Ist die Politik der IG-Metall und anderer Gewerkschaften die richtige Antwort auf die Krise?“ veranstaltet . Auf dem Podium saßen der aktive Betriebsrat Erich Bauer, der ehemalige Betriebsrat Klaus Ehlers aus dem Kasseler Werk und als Gast der Hamburger Schauspieler und ver.di-Kollege Rolf Becker. Trotz Einladung nahm der Erste Bevollmächtige der IG Metall Ortsverwaltung Nordhessen, Ullrich Meßmer, nicht an der Veranstaltung teil. Auch ein Vertreter, wie in der Einladung angeboten, erschien nicht. Auch der ebenfalls eingeladene DGB Regionsvorsitzende Michael Rudolph hatte es vorgezogen nicht zu erscheinen.

Nach einer Einführung zum Diskussionsthema und Vorstellung der Teilnehmer entwickelte sich eine rege Diskussion mit den ca. 60 Besuchern der Veranstaltung.

Betriebsratsmitglieder aus den anderen Daimlerstandorten (Wörth, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Bremen, Rastatt usw.), die sich zur Daimlerkoordination in Kassel getroffen hatten, berichteten über ihre Geschichte und Praxis teils innerhalb teils, zwangsweise, außerhalb der IG-Metall. Michael Clauss, Betriebsrat aus Stuttgart sagte sinngemäß: „Nicht alternative Listen schwächen die Position der Beschäftigten, sondern eine Politik der IG-Metall, die aktive und kritische Kolleginnen und Kollegen ausgrenzt.“ Rolf Becker führte aus, welche Folgen die Logik der Standortverteidigung, der Konkurrenz Arbeiter gegen Arbeiter in sich trägt: „Nach innen: Verstärkte Ausbeutung. Nach außen: Expansion und Krieg.“

Kolleginnen und Kollegen aus den VW-Werken Kassel und Salzgitter berichteten von ihren Erfahrungen. Man konnte beispielsweise erfahren, dass vor Jahren eine zweite Liste der IG Metall in Kassel dafür gesorgt hatte, dass ein Stillstand und sogar Rückschritt bei VW verhindert wurde. Von vielen Diskussionsteilnehmern kam die kritische Aussage, dass Sie mit Ihrer Vertretung durch die Gewerkschaft nicht einverstanden sind. Immer häufiger werden sie vor vollendete Tatsachen gestellt ohne dabei mitgewirkt bzw. überhaupt informiert worden zu sein.

Wie ein roter Faden durchzog die Diskussionsbeiträge die Erkenntnis, dass es nicht der richtige Weg ist, kritische Stimmen in der Gewerkschaft durch Ausschluss aus der Gewerkschaft zum Verstummen zu bringen. Um für die Zukunft Wege und Lösungen auf die Angriffe der Unternehmer zu entwickeln, müssen alle Strömungen und Richtungen in die Gewerkschaften eingebunden werden. Alternative Listen spalten nicht die Belegschaft, sondern holen somit auch andersdenkende Beschäftigte ab und lassen ihre Gedanken mit in den Prozess der Meinungsfindung einfließen.

Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 17.02.2011


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