Tarifrunde Jahr 2002      

Die Dokumentation der Diskussion zur Tarifrunde 2002 Metall.

Jetzt erst recht!
Posted by André© Kaufmann on 18-05-2002 14:12
Ok. Wäre es nach den Unternehmern gegangen, hätten wir gar nichts bekommen. Das macht das jetzige mickrige Tarifergebnis aber kaum besser. Für viele Kolleginnen und Kollegen waren die geforderten 6,5% bereits der Kompromiß. Bei einem Kompromiß vom Kompromiß kommt nur Mäßiges heraus - wie wir jetzt sehen können.
So sehr sich einige über AERA freuen, wichtig war den meisten, daß es jetzt kräftig mehr Geld gibt. Die vereinbarten Erhöhungen von effektiv 3,2% bzw. 2,6% gleichen doch noch nicht mal die Preissteigerung bei den für uns Arbeiter bedeutenden Gebrauchsgütern aus. Darüber hinaus: Mit einem mehrjährigen Abschluß haben wir doch gerade erst schlechte Erfahrungen gemacht; und die zu allem Überfluß vereinbarten tarifvertraglichen Öffnungsklauseln hätten die Unternehmer gerne für sich behalten können.
Das jetzige Ergebnis (vorausgesetzt es wird von der erforderlichen 25%-Minderheit bestätigt) bedeutet weitere Reallohnverluste und hat Pilotfunktion für andere Bezirke und Tarifbereiche. Es darf deshalb nicht akzeptiert werden. Genauso wenig wie wir eine solch butterweiche erscheinende Streiktaktik und Verhandlungführung wie in BaWü akzeptieren dürfen. Man bekommt den Eindruck, daß der süddeutsche Operettenstreik nur ein Zugeständnis unserer weisen Oberen an den Unmut der Basis gewesen ist. Das ist aber alles kein Grund, sich jetzt enttäuscht abzuwenden - ganz im Gegenteil! Statt wieder in die Zuschauerrolle zurüzufallen, müssen wir uns - die Kolleginen und Kollegen an der Basis, in den Betrieben usw. - mehr denn je aktiv in die Gewerkschaftspolitik einmischen; mit dem Ziel deren Inhalte und Richtung zukünftig zu bestimmen und die "Freunde des Kompromisses" in unserer Führungsriege abzulösen.
Jetzt erst recht!!!

André Kaufmann (Vertauensmann der IGM und BRV bei dder Bunge KG, Bremen)

IGM Tarifabschluss - wieder mal an der Nase herum
Posted by jörg wuttke on 18-05-2002 00:07
GM Tarifabschluss - wieder mal an der Nase herumgeführt
Mit Streiks, opulenten Muskelspielen der IGM Spitze, Drohungen der Arbeitgeber, Vernunftappelle des Kanzlers und der Medien wurde ein gewaltiges Theaterstück inszeniert. Das Großevent "Tarifauseinandersetzung 2002 in der Metall und Elektroindustrie" war am Ende für die Kleindarsteller, den streikenden Kolleginnen und Kollegen, eher ein Drama. Denn wenn sie nun nüchtern rechnen, werden sie feststellen, dass von der Tariferhöhung unterm Strich nichts übrig bleiben wird.

Nach dem Pilotabschluss von Baden Würtenberg werden erst ab Juni 2002 die Löhne und Gehälter um 4 % angehoben, nur für den Monat Mai wird gibt es eine Einmalzahlung von 120 Euro. Die Tariferhöhung auf das Jahr 2002 Jahr ist daher nicht 4%, sondern 3,46 %. Zu der Finanzierung von ERA (Angleichung der Löhne und Gehälter von Angestellten und Arbeiter) sind von der Tariferhöhung für 2002 0,9 % reserviert und für 2003 sind es 0,5 %. Zwar wird die gesamte Tariferhöhung für dieses Jahr ausgezahlt, aber die 0,9 % für ERA bleiben als Restposten für kommenden Jahre bestehen. Dieser Restposten wird in den nächsten Jahren bei weiteren Tariferhöhungen den Angestellte abgezogen und kommt dann den Arbeitern zu. Mit Abzug der Inflationsrate mit durchschnittlich 2% und der einprozentigen Einzahlung für die Riesterrente wird den Kolleginnen und Kollegen für 2002 eine mageres Plus von 0,46 % als Reallohnzuwachs bleiben.

Mit der vereinbarten Tariferhöhung von 3,1 % für das Jahr 2003 haben Angestellte sowohl auch Arbeiter mit einem Reallohnverlust zu rechen. Abzüglich von 2% Inflationsrate und dann schon 2% Einzahlungen für die Riesterrente wären es -0,9 %. Durch ERA können bei den Arbeitern vielleicht 2-3 Stellen hinter dem Komma hinzuaddiert werden und bei den Angestellte sind dann noch mal mindestens 0,5% abzuziehen.

Für das Gesamtvolumen des Tarifabschlusses mit einer Laufzeit von fast zwei Jahren lässt sich sagen, dass sich die Arbeiter mit einer Reallohnnullrunde zufrieden geben müssen (leichte Tendenz zum Minus) und die Angestellten auf mindestens auf 1,5 % Reallohn verzichten müssen.

Für diesen mehr als mageren Abschluss wurde nach nun 7 Jahren in der Metall- und Elektroindustrie das erstemal gestreikt. Wohl eher doch ein Possenspiel, was von allen Beteiligten bis auf die streikenden Kolleginnen und Kollegen inszeniert wurde.

Jörg Wuttke, etwas frustrierter IG-Metaller und BR aus Berlin

Gewerkschaft = Krebs
Posted by Hedwig Klawuttke on 06-05-2002 22:56
Die Zeiten des Manchester-Kapitalismus sind vorbei. Die Gewerkschaften haben doch gar keine Existenzberechtigung mehr. Es werden nur noch unrealistische Lohnforderungen gestellt, mit denen die dt. Wirtschaft geschädigt wird.
Wenn die Konjunktur mal rückläufig ist, geht Ihr dann auch mit dem Lohn zurück ????
Die Gewerkschaften haben sich zu einem Krebsgeschwür für Deutschland entwickelt.

MfG, ein normaler Arbeiter.

Re: Gewerkschaft = Krebs
by Harald Kraus (harrybear27@aol.com) on 08-05-2002 09:32
Ich weiß nicht ob es wirklich gut ist so platt auf die Gewerkschaftsbewegung zu reagieren.
Zu hohe Lohnforderungen, die die Wirtschaft in Deutschland kaputt machen?
Wenn wir den Berichten in den Medien glauben schenken dürfen ist es in Deutschland in den vergangenen Jahren immer mehr zu Einbrüchen bei den Einzelhändlen gekommen.
Was liegt da näher als den Leuten mehr Geld in die Taschen zu geben, dass diese wieder mehr konsumieren.
Als zweites kann von einer schwäche der deutschen Wirtschaft auch nicht pauschal gesprochen werden.
Denn ist es nicht so dass die deutsche Wirtschaft immer mehr ins Ausland exportiert und schon über Jahre hinweg sehr gut damit verdient.
Als drittes was mir spontan einfällt ist, dass das einzige was der Mensch in einer Firma verkauft seine Arbeitskraft ist und diese solte nicht unter Preis verkauft werden. Denn es ist immer noch war, dass einzig und allein die Arbeit auf Dinge angewendt die Werte schafft.
Re: Gewerkschaft = Krebs
by Frank Eßers (frankefuchs@hotmail.com) on 15-05-2002 13:07
Die Zeiten des Manchester-Kapitalismus sind nicht vorbei - sie kommen wieder: Hohe Arbeitslosigkeit, Steigende Arbeitshetze, unbezahlte Überstunden, Tarifbruch, unterbezahlte Arbeit von Frauen etc.

Die Unternehmerverbände haben sich zu einem Krebsgeschwür entwickelt - ein "normaler" Arbeiter denkt zuerst einmal an deren Abschaffung - unbd wünscht seinen Kollegen von der IG Metall viel Glück beim Streik!

Wie "normal" arbeitest Du denn - in welchem Betrieb, unterwelchen Bedingungen unt mit welchem Gehalt??

Ich arbeite als Altenpfleger bei der Diakonie in Berlin. Wir erhalten etwas über 16 DM Stundenlohn - Weihnachts und Urlaubsgeld sind gestrichen worden. Unser Gehalt wurde im Rahmen eines Notlagentarifvertrages gerade um 10 Prozent gekürzt.

Das ist die neue Normalität...

Frank Eßers
Hedwig Klawuttke wrote:
> Die Zeiten des Manchester-Kapitalismus sind vorbei. Die Gewerkschaften haben doch gar keine Existenzberechtigung mehr. Es werden nur noch unrealistische Lohnforderungen gestellt, mit denen die dt. Wirtschaft geschädigt wird.
> Wenn die Konjunktur mal rückläufig ist, geht Ihr dann auch mit dem Lohn zurück ????
> Die Gewerkschaften haben sich zu einem Krebsgeschwür für Deutschland entwickelt.
>
> MfG, ein normaler Arbeiter.

skepsis
Posted by rainer beuthel on 11-05-2002 11:03
6,5 %? das ist unter dem gesichtspunkt einer rückverteilung von oben nach unten eigentlich 'ne selbstverständlichkeit. frage mich bloß, ob die neue "flexi-taktik" nicht bloß eine riesige symbolische handlung ist nach der devise: "wasch den pelz, aber mach mich bloß nicht naß".
außerdem: ohne eine änderung der produktionsweise (ökologisch/sozial/nachhaltig) läuft leider alles ins leere.

Aufstehen, kämpfen
Posted by Rita on 29-01-2002 21:56
Zum ersten mal Gast auf der homepage. Frage mich als langjähriges ver.di Mitglied, was es noch zu diskutieren gibt. Seit Jahren Lohnzurückhaltung, die Bonzen werden immer reicher (und die Gewerkschaftsfunktionäre leider auch), die Mitglieder wurden jahrelang eingeschläfert und nun soll ich glauben, dass die Gewerkschaftsspitze nochmal einen Finger für dieArbeiter krumm macht? Ich denke, dass es hohe Zeit ist, die guten alten Kampfmittel wieder hervorzuholen und gegen die allgemeine Situation (Krieg, Verelendung, Lohndrückerei usw.) entschieden auf die Straße zu gehen, national wie international.Schaut Euch Argentinien an, und ihr wißt, was jetzt und hier zu tun ist!!
Gruß Rita
Re: Aufstehen, kämpfen
by Michelle (rolliexpress@promotours.de) on 14-03-2002 19:09
Hi Rita ,
diejenigen welche auf der strasse marschieren könnten und wollten , werden wohl kaum das geld dazu aufbringen (meine protesaktionen kamen mich immer teuer zu stehen ) und die , die es sich leisten könnten sind doch viel zu SATT und TRÄGE , als das sie sich für andere den arsch aufreißen wollten.
Rita wrote:
> Zum ersten mal Gast auf der homepage. Frage mich als langjähriges ver.di Mitglied, was es noch zu diskutieren gibt. Seit Jahren Lohnzurückhaltung, die Bonzen werden immer reicher (und die Gewerkschaftsfunktionäre leider auch), die Mitglieder wurden jahrelang eingeschläfert und nun soll ich glauben, dass die Gewerkschaftsspitze nochmal einen Finger für dieArbeiter krumm macht? Ich denke, dass es hohe Zeit ist, die guten alten Kampfmittel wieder hervorzuholen und gegen die allgemeine Situation (Krieg, Verelendung, Lohndrückerei usw.) entschieden auf die Straße zu gehen, national wie international.Schaut Euch Argentinien an, und ihr wißt, was jetzt und hier zu tun ist!!
> Gruß Rita
Re: Aufstehen, kämpfen
by UG (uljanagromowa@Hotmail.com) on 26-03-2002 11:53
Schon längst wollte auch ich meinen Senf dazugeben - bin noch Gewerkschaftsmitglied -bin aber woanders "ehrenamtlich" (wie sich das jetzt nennt) tätig: Laßt Euch bloss nichts einreden! Metaller, Verdianer... und, und!
"Durch jeden Strektag würde eine Wertschöpfung von 2,5 Milliarden Euro gefährdet." (Schröder) Ja, zum Donnerwetter, für wen denn? Für die, welche die Werte schaffen, doch wohl am wenigsten! Eine weltweite Lüge muß herhalten, um die Völker gegeneinander zu hetzen; Gelder, die besser für Bildung, Gesundheit, Umwelt, Kultur angewandt wären, für Geheimdienst und Rüstung zu verbraten! Terroristen? Einmal werden die von den "zivilisierten" Nationen ausgebildet. Die, die wirklich als Terroristen angesehen und gegen die Kriege geführt werden sollen (auch mit unseren deutschen Jungs, jawohl!), sind die Menschen, die sich diese Verhältnisse nicht länger gefallen lassen und den Widerstand organisieren (Lateinamerika brodelt, Philippinen, Afrika...)
In den Industrieländern selbst kann der Widerstand nur noch mühsam verheimlicht werden. Wenn wir erst in der Lage sind, diese verschiedenen Strömungen zu koordinieren, organisieren und einheitlich vorzugehen, - wer will uns dann noch aufhalten?
Streik, das wichtigste, erfolgreichste Kampfmittel der Werktätigen, nicht nur um Lohnforderungen (6,5% "Peanats, wenn damit Konzerngewinne betrachtet werden, als Lohnforderung der Arbeiterklasse bedeuten sie den Weltuntergang..." - sind eigentlich noch viel zu wenig! Politische Forderungen gehören dazu: Die Verantwortlichen für die Spenden-, Banken-, Umwelt- ... skandale gehören zur Verantwortung gezogen! Steuergesetze gehören geändert: Monopolsteuern rauf, Massensteuern runter, aber gewaltig! Kein Geld für die staatlichen Aufgaben?! Lächerlich !!!
Die Kapitalisten stehen an der Wand! Immer mehr Leute werden arbeitslos - wer soll denn dann die immer mehr vorhandenen Produktionsgüter und Dienstleistungen kaufen? Da beißt sich doch der Hund in den Schwanz! Logischer Ausweg der herrschenden Klasse: Weltkrieg! Dann geht alles kaputt und die Wirtschaft läuft wieder...
Es geht aber auch anders, wenn wir alle (Arbeitende, Arbeitslose, Inländer, Ausländer, Gesunde (wo gibts die noch?) und Kranke)
nur wollen! Gemeinsam und organisiert!
Re: Aufstehen, kämpfen
by Martin Wagner (Martinkus@gmx.de) on 10-05-2002 08:45
Informativ die Beitraege.

Dazu ganz kurz eine Wortmeldung von mir (an die dazu hoffentlich richtigen (?!) Stelle).

Besuch" der Homepage - http://www.igbau.de dort Forum; zum Thema: Arbeitskampf am Bau?!

"Einzelstreik, Massenstreik, Generalstreik, Ausschaltung der "weisen Garden" des Kapitals ... und dann uebernehmen wir Arbeiter endlich die Macht in diesem Staat! Aber doch nicht mit der durch und durch von den Arbeiternverraetern der Spezialdemokratie durchsuechten kreuzbraven IG:BSE. Die fragen doch vor
einer laeppischen Blockade einer Strassenkreuzung bei der Rechtsabteilung an, ob das auch ja legal ist ... ! Ich bin ueber 30 Jahre am Bau, von den Idioten "meiner" Gewerkschaft lass ich mich nicht mehr verarschen; die Sesselfurzer wollen nix fuer uns Arbeiter, mit so einem Ministreik wollen sie lediglich beweisen (??!!), dass ihre fett bezahlten Poestchen nicht ganz umsonst sind.
Streik ja, aber nur, wenn dann der "Durchmarsch" folgt."

mit klassenkaempferischen Gruessen

- Rotfront -

gez. Martin "

Lied zum Metallerstreik - Singend kämpfen
Posted by Avanti Comuna Kanti on 02-05-2002 21:16
Dieses Lied der Gruppe Nuemmes (www.nuemmes.de) singen wir in Stuttgart zur Unterstützung des Metallerstreiks - wir hoffen, Euch stärkt das Lied auch im Kampf um die volle Durchsetzung der Forderung.
Avanti Comuna Kanti - Internationaler Chor aus Stuttgart (www.besu.ch/ack)

Keiner schiebt uns weg! 2002


Refr.:
Keiner, ja keiner schiebt uns weg!
Keiner, ja keiner schiebt uns weg!
So wie ein Baum beständig steht am Wasser:
Keiner schiebt uns weg!

1. Es singen die Arbeiter: - Keiner schiebt uns weg!
Nur Schimpfen bringt nicht weiter! - Keiner schiebt uns weg!
Wir brauchen die Gewerkschaft, - Keiner schiebt uns weg!
Organisiert sind wir ´ne Kraft! - Keiner schiebt uns weg!
So wie ein Baum beständig steht am Wasser:
Keiner schiebt uns weg!

2. Die Bosse fordern Lohnverzicht, ...
doch Arbeitsplätze bringt das nicht! ...
Dem Schroeder paßt das Streiken nicht. ...
Na und - uns passt der Schroeder nicht! ....

3. Ost und West und Alt und Jung: ...
Offensiv komm´n wir in Schwung. ...
Gleiche Arbeit – gleicher Lohn! ...
Gespalt'ne Tarife sind ein Hohn! ...

4. Nadelstiche - bleibt damit weg ...
Solch ein Kleckern hat kein Zweck ...
Das zersetzt die Kampfmoral ...
Nützt nur den Bossen allemal ...

5. Wenn wir streiken, hört mal her ...
Dann von den Alpen bis zum Meer ...
Unser Standpunkt, der ist klar: ...
Die Gewerkschaft ist zum Kämpfen da! ...

6. So manche Rechnung ist noch offen ...
Drum jetzt Kumpel weg die Brocken ...
Und wir haben gute Chancen ...
Gemeinsam ran mit allen Branchen. ...

7. Wenn ihr uns aussperrt, denkt daran ...
geh'n wir vor's Tor mit alle Mann ...
Ein echtes Streikrecht brauchen wir ...
Auch dafür demonstrieren wir ...

8. Unsre Kinder rufen: Hurra! ...
Wenn Papa kämpft, sind wir auch da! ...
Die Frauen sind mit vorne dran ...
Dieser Kampf geht alle an! ...

9. Wir wollen nicht nur höh'ren Lohn ...
Ein bess'res Leben woll'n wir schon! ...
Wir halten zusamm´ auf der ganzen Welt. ...
Eine Kraft, die uns zusammenhält. ...

10. Gerechten Lohn, den gibt es nicht ...
hier dient alles dem Profit ...
Damit das einmal anders wird ...
Kämpf in der Partei organisiert ...

Opel-Bochum-KollegInnen machen aktiven Warnstreik
Posted by Mag Wompel für das LabourNet Germany on 11-04-2002 19:11
Wie die Opel-Bochum-KollegInnen sich gegen die Verordnung der IG Metall, zum Warnstreik nach Hause zu gehen, gewehrt haben

WAZ Bochum vom 11.4.02 titelt: 5 300 Metaller legten in Bochum die Arbeit nieder

"...Bei Opel sah das so aus: Um 12.30 Uhr strömten die Mitarbeiter aus dem Opelwerk 1 aus den Werkstoren und fuhren nach Hause. Dabei war von vielen eine Kundgebung erwartet worden, um die Forderung nach 6,5 Prozent Lohnerhöhung nachdrücklich zu unterstreichen. Wie einer der Vertrauensleute am Tor 4 schilderte, war sogar ein Marsch durch die Innenstadt im Gespräch gewesen, mit anschließendem Besuch der Opelaner bei Nokia. Doch daraus wurde nichts. Während im Opelwerk 2 in Langendreer Peter Gasse, der Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall, vor der Belegschaft
sprach ("Lohnverzicht ist Gift für die Wirtschaft"), sammelten sich im Werk 1 in Höhe der Wittener Straße einige hundert Opel-Demonstranten zu einer spontanen Kundgebung. Sie kritisierten unverhohlen die Ortsverwaltung der IG Metall, empfanden deren Arbeitsniederlegung nach der Devise "Nach Hause fahren" als schwach. Einer der Vertrauensleute sauer: "Großes war angekündigt worden, auch wenn man verstehen kann, wenn manche froh sind, bei diesem Wetter früher nach Hause zu kommen." Einige hundert Opelaner stellten schließlich doch noch eine Kundgebung auf die Beine, pfiffen auf Trillerpfeifen und hielten Transparente hoch...."

Im dazu gehörenden Kommentar von Rolf Hartmann wird betont, daß angesichts der Tatsache, daß Bochum als Aktionsschwerpunkt der Warntstreiks im Ruhrgebiet gilt, einige Opelaner erbost "über die Farblosigkeit der Arbeitsniederlegung" waren. "Schnell machte der Vorwurf die Runde, mit Rücksicht auf die "rotgrüne Kriegsregierung" halte die IG Metall den Ball flacher, schließlich sei man im Wahljahr."

Doch immerhin lassen sich nicht alle zum Warnstreik nach Hause schicken...

Mag Wompel für das LabourNet Germany
Bochum, 11.4.02

/% sind zu wenig
Posted by Frank Hertel on 29-03-2002 17:22
Um wirkliche Gerechtigkeit zu erreichen müßten die Lohnforderungen meines Erachtens bei 50 % liegen. Eine Kugel Eis kostet heute 300% mehr als vor 20 Jahren. Wir sollten uns daran orientieren, zumindest ein bißchen.

Re: /% sind zu wenig
by Wolfgang Kortlang (wolfgangkortlang@web.de) on 08-04-2002 23:15
Lohnerhöhungen? Fällt Euch nicht langsam mal was neues ein? Wie wollt Ihr erreichen, dass die Vermögenden entsprechend ihrer Möglichkeiten am Staatshaushalt beteiligt werden? Was wollt Ihr gegen die Privatisierung von Gesundheit und Schulsystem tun?
Aber bald, bitteschön! Denn Argentinien ist überall.

 

Tarifauseinandersetzungen
Posted by Günter Wahl on 23-02-2002 14:50
Ich schicke euch einen abstract einer Doktorandin in Pune Indien, der Lebenslauf liegt auch vor aber es kann jemand Träger des Dunant Preises des Roten Kreuzes Indien sein und in Friedensorganisationen arbeiten, wichtig bleibt allein bei interkontinentalen Kooperationen die Verhältnisse im Auge zu behalten, wem kommt etwas zu, wer zahlt. Wenn Daimler über 5 Millionen Euro in Schwäbisch Gmünd zu verfügen hat müssen für die Gewerkschaften der Steinbrucharbeiter und Kinder auch Verbesserungen möglich sein. Es gibt nur eine Welt. Günter Wahl

Identifikation mit Ver.di
Posted by Christian on 03-02-2002 15:39
Ich kann mich Rita nur anschließen. Es wird Zeit das Ver.di, als neue Gewerkschaft, nun auch zusammenwächst. Für den Bereich des öD kann ich nur davor warnen, bei den kommenden Tarifverhandlungen einen Abschluss unter 4% zu erreichen. Dann stirbt Ver.di ehe sie richtig das Licht der Welt erblickte. Gleichzeitig müssen - alle von Ver.di zu unterzeichnenden Verträge von der Laufzeit so abgestimmt werden, dass in Zukunft die Tarifverhandlungen für den gesamten Ver.di Bereich zeitnah stattfinden. Dies erhöht die Durchsetzungskraft von Forderungen durch verbesserte Kampfkraft und SOLIDARITÄT! Es wird Zeit endlich wieder richtige Gewerkschaftspolitik zu machen!
Gruß Christian
Vorsitzender Fachbereich 06
im Bezirk Krefeld-Moers ('linker' Niederrhein)

test
Posted by System Administrator on 12-12-2001 19:02
test
Re: test
by Dave Hollis (david.hollis@labournet.de) on 12-12-2001 19:05
Test reply



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