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Updated: 18.12.2012 15:51
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Wie der Widerstand fortgesetzt werden soll

"Am späten Nachmittag des gestrigen Donnerstag traten, wie wir bereits am gestrigen
Tag in Labournet vermeldeten, die acht wichtigsten französischen Gewerkschaftsverbände und –zusammenschlüsse zu einer Beratung zusammen. Auf der Tagesordnung stand die Frage, wie es nun mit dem Protest gegen die geplante Renten„reform“ weitergeht, nachdem beide Parlamentskammern dem „Reform“gesetz am 27. Oktober in letzter Lesung ihre Zustimmung erteilten
" - so beginnt der kurze aktuelle Beitrag "Gewerkschaften beschliessen neuen „Aktionstag“ gegen Renten„reform“ für Ende November" von Bernard Schmid vom 05. November 2010.

Gewerkschaften beschliessen neuen „Aktionstag“ gegen Renten„reform“ für Ende November

Am späten Nachmittag des gestrigen Donnerstag traten, wie wir bereits am gestrigen
Tag in Labournet vermeldeten, die acht wichtigsten französischen Gewerkschaftsverbände und –zusammenschlüsse zu einer Beratung zusammen. Auf der Tagesordnung stand die Frage, wie es nun mit dem Protest gegen die geplante Renten„reform“ weitergeht, nachdem beide Parlamentskammern dem „Reform“gesetz am 27. Oktober in letzter Lesung ihre Zustimmung erteilten.

Heraus kam ein Beschluss, wonach gegen Ende des laufenden Monats ein weiterer gewerkschaftlicher „Aktionstag“ mit Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen stattfinden soll. Anvisiert wird „die Woche vom 22. bis zum 26. November“. Das genau Datum – ein Tag in der fraglichen Woche – und die näheren Modalitäten sollen bei einem weiteren Treffen am o8. November festgelegt werden. Sieben der acht anwesenden Gewerkschaftsorganisationen (alle bis auf den verbalradikal-schillernd auftretenden Dachverband Force Ouvrière/FO, der einmal mehr ausschert) tragen die gemeinsame Erklärung mit.

Unterdessen gingen auch gestern Proteste vor, am Donnerstag waren dieses Mal vor allem Flughafenbeschäftigte und Studierende dazu aufgerufen. (Zu den Protesten an den Flughäfen vgl. bereits unseren gestrigen Beitrag im Labournet.) Bei einer Studierendendemonstration in Lyon, an der rund 1.000 Personen teilnahmen, wurde eine örtliche Filiale des Versicherungskonzerns Malakoff-Médéric aufgesucht. Diese Versicherungsfirma gehört dem Bruder von Staatspräsident Nicolas Sarkozy, Guillaume Sarkozy, und dürfte in naher Zukunft zu den Hauptprofiteuren der Renten„reform“ gehören. Denn sie bietet auch Verträge zur privaten „Altersabsicherung“ an. Ihr
Pariser Sitz war in der Vorwoche durch Protestierende besetzt worden.

Zum Interview von Claude Bébéar, das wir gestern präsentierten, sei noch eine wichtige Anmerkung nachgetragen. Um sein Eintreten für die Schaffung privater Rentenfonds zu untermauern, zitiert Bébéar eine Studie, die die Versicherungsbranche „bereits vor 30 Jahren“ durch „junge Wirtschaftswissenschaftler“ habe anfertigen lassen, und die zum Schluss gekommen sei, dass die Schaffung solcher Rentenfonds als „unverzichtbar“ zu bezeichnen sei. Co-Autoren der Studien seien Denis Kessler (später Chefideologe des Arbeitgeberverbands MEDEF) und Dominique Strauss-Kahn – heute Direktor des IWF und Putativ-Präsidentschaftskandidat der französischen
Sozialdemokratie - gewesen.

B. Schmid, 5. November 2010


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