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VaZ - Vereinigte-Alternativen-Zeitung bei der Mercedes-Benz Lenkungen GmbH Düsseldorf
12. Ausgabe, September 2000

 

WAS MAN SO HÖRT

 

ALLES GUTE

Vor kurzem hat unser Personalchef Herr Rüdiger Drewes geheiratet. Auf diesem Wege herzlichen Glückwunsch sowie alles Gute für die Zukunft.

DIE GUTE SEELE DER AUSBILDUNG

Birgit Becker, Sekretärin von Herrn Braun wird die Mercedes-Benz-Lenkungen GmbH zum 09.09.2000 verlassen. Ebenfalls alles Gute für die Zukunft.

RÄUMCHEN WECHSELE DICH

Unser Personalchef zieht in kürze um, von Raum Nr. 111 in Raum Nr. 112. Das alte Büro übernimmt Herr Humpert. Auch muß der Leiter der Ausbildung Herr Braun mal wieder umziehen, auf die Bühne 130a. Siehe auch Seite 2 STOßEN UND GESTOßEN WERDEN

NEUER NAME

Voraussichtlich behalten wir unseren Namen Mercedes-Benz-Lenkungen GmbH, als Alternative ist noch Daimler Chrysler im Gespräch.

BUSINESS TV

Wie schon im Werk 65, werden auch in der MBL demnächst TV Bildschirme aufgehängt. Die aktuellen Standorte werden noch bekannt gegeben.

 

Unterschreibt der BR-Vorsitzende alles?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

In der letzten Infoline schrieb unser stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, Gerd Konietzko, " Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser". Lenin hätte das andersherum gesehen und das wäre schlecht. Die Vereinigten Alternativen haben es, bis auf einen, auch nicht so mit Lenin und Konsorten. Nachdem allerdings unser Betriebsratsvorsitzender Siegfried Rupschas eine Regelungsabrede (hier werden Kostenstellen aufgeführt, anstatt Arbeitsplätze, für die die 16. und 17. Schicht gilt; gleichfalls wird dargelegt an welchen Tagen eine 16. und 17. Schicht anfängt und endet) ohne einen Beschluß des hiesigen Betriebsrats unterschrieben hat, war die Aussage Lenins gar nicht so falsch oder? Alle die jetzt keine Überstundenzuschläge erhalten, können sich dafür bei Siegfried Rupschas bedanken. Dem Arbeitgeber ist es nämlich egal ob es für eine Regelungsabrede einen Beschluß des BR gegeben hat oder nicht, er kann davon ausgehen dass dieser erfolgt ist.

 

Ein Weltkonzern scheitert an der Standhaftigkeit eines BR-Kollegen und der Solidarität von Hunderten

Als der Finanzvorstand der Daimler-Chrysler AG, Dr. Manfred Gentz, auf der Hauptversammlung 1999 erklärte, Klaus Specht müsse auf jeden Fall entlassen werden, weil er ganz doll gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen habe, war klar, dass der Konzern einen Kollegen und seine Familie fertig machen wollte, der die Interessen der Arbeitnehmer kompromisslos vertreten hatte und der über die Planungen für die Zukunft der Düsseldorfer Lenkung zu oft die Wahrheit gesagt hatte. Natürlich hat der Konzern nichts gegen Betriebsräte schlechthin – nur, sie müssen zu allem ‚Ja und Amen‘ sagen, lammfromm sein und dem Vorstand aus der Hand fressen. Ein Betriebsrat, der einmal in der Woche mehreren 100 Kollegen zu allen aktuellen betrieblichen Ereignissen Rede und Antwort steht, gehört nicht zu den vom Vorstand Hofierten.

Entgegen den Berechnungen des Vorstandes scheiterte der Konzern mit seinem Plan zur fristlosen Entlassung von Klaus Specht, obwohl sich die Geschäftsleitung dazu die Zustimmung der Betriebsratsmehrheit in der bei ihr typischen und üblichen Weise verschafft hatte.

Auch der zweite Anlauf, Klaus wenigstens seines Amtes als BR-Mitglied zu entheben und ihn damit seines Kündigungsschutzes zu berauben ging voll daneben.

Inzwischen hatte Klaus Specht sich auch noch mit drei einstweilige Verfügungen gegen schikanöse Maßnahmen, die ihn in seiner BR-Tätigkeit behindern sollten, erfolgreich beim Arbeitsgericht durchgesetzt.

Daimler, Fülling und Drewes waren vor den verschiedenen Kammern und Instanzen der Düsseldorfer Arbeitsgerichte schwerstens blamiert. Die Firma gilt dort seitdem schon als etwas sehr, sehr seltsam und zudem auf dem Kriegsfuß mit dem Betriebsverfassungsgesetz. Das wird gewiß Kolleginnen und Kollegen, die in Zukunft dort um ihre Rechte klagen, zu Gute kommen. Also, laßt Euch nichts gefallen, die Chancen für mies behandelte LenkungsbauerInnen sind jetzt deutlich besser geworden!!!

Wichtig war, dass sich Klaus Specht den Schneid nicht hat abkaufen lassen, sondern seine Betriebsrats-Pflicht, die Arbeitnehmer zu vertreten, konsequent und mutig eingeklagt hat. Auch ein Weltkonzern kann mit seiner Arroganz der Macht an einem unbestechlichen Kollegen scheitern. Und es gab eine bundesweite Solidaritätsbewegung, die über das Internet aktuelle Informationen austauschte. Sogar Betriebsräte aus Brasilien protestierten bei Herrn Fülling und dem Betriebsrat.

Die Vereinigten Alternativen haben inzwischen schon mehr als ein Dutzend rechtlicher Auseinandersetzungen mit der Lenkfirma und der Betriebsratsmehrheit prächtig gewonnen. Letztinstanzlich nicht einen einzigen Prozeß verloren zu haben, ist nicht nur den hervorragenden Fähigkeiten der Anwälte der VA zu verdanken, sondern zeigt auch, auf wessen Seite das Recht ist und wer gegen Gesetze verstößt. Mit ein bißchen Mut wachsen eben die Bäume der Mächtigen und ihrer halbstarken Gehilfen nicht in den Himmel! Auch diese erfolgreichen Auseinandersetzungen kommen letztlich der ganzen Belegschaft zu Gute.

Dies alles ist ein Grund zu feiern! Alle Freunde und Kollegen von Klaus Specht und den VEREINIGTEN ALTERNATIVEN sind herzlich eingeladen. Für Speis und Trank ist gesorgt. Wann ? am Samstag, den 09. September 2000 ab 14 Uhr im Kleingartenverein Ekkhard Stieglitzstrasse 60 (Abzweig der Münsterstrasse)

 

Stoßen und gestoßen werden

Unser Herr Drewes muss in kürzester Zeit schon zum zweiten mal seinen Krims-Krams packen und umziehen, nur weil die Geschäftsleitung seinen derzeitigem Salon für sich selbst beansprucht. Statt dass sie diesen begnadeten Personalführer sich ungestört von einem Karriere-Höhepunkt zum nächsten beflügeln lässt, stößt sie ihn immer öfter im Gebäude 140 herum.

Auch wenn sich schon mancher Arbeitnehmer an der manchmal etwas ungebührlichen Art dieses Personalchefs gestoßen hat, finden wir diese Vorgehensweise der Geschäftsleitung abstoßend. Unserer Auffassung nach muss auch die Würde kleiner Angestellter vom Arbeitgeber geachtet werden.

 

Jetzt geht’s los

Die ersten Auswirkungen der neuen Betriebsvereinbarungen ............

Da kam es schon vor, dass in der Abt. 180/7( Neue Baukasten-Montage LS 4/6/8 ) wieder einmal keine O-Ringe mehr vorhanden waren, die übrigens in jede einzelne Baukastenlenkungssteuerung eingesetzt werden und aus Irland kommen. Deshalb konnte wieder einmal nicht weiterproduziert werden, wie schon oftmals zuvor ( seit Einführung des Logistiksystems PPS ). Nur diesmal werden die Kollegen verpflichtet ohne Überstundenprozente den Produktionsausfall wieder aufzuholen. In der gleichen Abteilung lief eine Woche wider Erwarten mal die Produktion ohne größere Maschinenstörungen, so dass die benötigte Wochen-Stückzahl ohne weiteres zu erreichen gewesen wäre. Aber das wiederum wäre ja zu leicht. Da muss man einfach drei Kollegen täglich in die Abteilung 177 verleihen, ( die ihrerseits Kollegen an den Fahrzeugbau verliehen hat) um dort die Minusstückzahlen im Zwei-kreisbereich wieder aufzuholen. Hier wurde seit April fast nur noch schlechtes Material aus Spanien angeliefert. Personalaufwendig und somit sehr kostenintensiv werden dort Zweikreissteuerungen montiert, um halbwegs lieferfähig zu sein. Dabei können die Kollegen noch froh sein, vorerst nichts mit dem neuen Entgeltsystem zu tun zu haben, sonst hätten sie obendrein auch noch mit Lohnkürzung zu rechnen. Die Kollegen können sich dafür bei den Herren der Geschäftsleitung und der Betriebsratsmehrheit bedanken, die ihnen bekanntlich zu Hause die Daumen drücken, während sie die 16. und 17. Schicht ableisten. Ist das korrekt ?

Durch Ableisten Ihrer Unterschriften haben die Herren ihren Teil zum Wohle der Firma erfüllt., nicht wahr ?

 

ALLES ABGERÄUMT

Was in dreissig Jahren Betriebsratsarbeit an bescheidenen sozialen Sicherungen und Schutzbestimmungen bei Daimler errungen worden ist, hat die Betriebsratsmehrheit der Lenkung in den letzten paar Monaten durch unverantwortliches Handheben zu Vereinbarungsentwürfen aus der Personalabteilung zerstört.

Überstunden sind in weiten Betriebsteilen nicht mehr freiwillig, Regelungen des Tarif-Vertrages wurden in Betriebsvereinbarungen widerrechtlich ausgehebelt, Rationalisierungsverlierer sollen noch weniger geschützt werden als bisher (statt 36 nur noch 18 Monate Lohnabsicherung), gesundheitliche Schutzmaßnahmen wie die ‚Feste Standardprämie 102%‘ wurde durch ein neues nach oben offenes Leistungs-Anreiz-Entgeltsystem ersetzt.

Was seit den 60er, 70er und 80er Jahren erreicht wurde, ist von der Betriebsratsmehrheit in großen Teilen durch Ja-Sagerei und erbärmliche Unterwerfung unter Unternehmensinteressen in wenigen Wochen kaputt gemacht worden.

Gegen Zwangsüberstunden müssen wir alle eine solidarische Strategie entwickeln, gegen den gesetzwidrigen Diebstahl von vorgearbeiteten Arbeitsstunden müssen wir uns gemeinsam arbeitsrechtlich wehren. Überall wo diese Betriebsvereinbahrungen gegen Tarifverträge verstoßen, muss jetzt die IGM massiv tätig werden, sie ist jetzt gefordert. Dazu haben wir unsere Gewerkschaft gegründet, finanziert und oft seit Jahrzehnten auch unter schwierigen Bedingungen unterstützt!!! Jetzt müssen wir unsere Errungenschaften verteidigen. Für die Wahrnehmung der betrieblichen Interessen sind die VEREINIGTEN ALTERNATIVEN mit Rat und Tat jederzeit für Euch da.


Hiermit beauftrage ich die Betriebsratsmitglieder der VEREINIGTEN ALTERNATIVEN meine Interessen wahrzunehmen und mir regelmäßig aktuelle Informationen zur Verteidigung meiner sozialen Belange in der MB-Lenk GmbH zuzusenden, Diskretion ist selbstverständlich

Familienname
Vorname
Kostenstelle
Halle/Gebäude
betriebl. Telefon
Privatadresse
Straße
Postleitzahl
Ort
Telefon/ Handy/ Fax (abzugeben bei allen Kollegen der Vereinigten Alternativen)


IMPRESSUM

HERAUSGEBER: SYMPATIE ZIRKEL DER VEREINIGTEN ALTERNATIVEN
ADRESSE S.U. LAYOUT: FRIEDHELM KNOTZ
V.i.s.d.P.: HELMUT BORN, AM STOCK 3 40472 DÜSSELDORF
DRUCK: TIAMAT DRUCK LUISENSTRASSE 69 40215 DÜSSELDORF


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